ENTWICKELUNG DER FORMEN. und Höhe zugleich, an den Haus- und Schrankfacaclen wie im Innern liegt das Prinzip des nSchiefrunciena über die Geradlinigkeit der antiken Ordnungen. Dabei doch eine gewilfe groteske Regelmäßigkeit, welche die wogenartig fich aufthürmenden Maffeia biindigt und ihrer dekorativen Beftimmtmg unterordnet. Es kann gar nicht geläugnet werden, dafs in den Händen genialer Meilter und folche hat es ja atuch in diefer Zeit der Verwilderung gegeben fogar das bom- baltifche Fortiffimo oft fehr geiftreich in Szene gefetzt ward; und wenn wir uns ganz in den Geift der Zeit hineindenken, fo begreifen wir das lebhafte lnterelfe, welches unfere Vorfahren in der Allongeperrücke an diefer Art von Architektur und Tektonik hatten. je mehr aber hier das Gewicht auf plaltifclae Uebertreibungen gelegt-ward, defto fchwieriger mufste die Stellung des Orrmnzuntrzcwrkrs werden, welches denn auch zuniichfi eine fehr traurige Rolle fpielte und erPt nach und nach eine gewiffe Höhe {tilvoller Harmonie mit dem Struktiven erreichte. Denn der fchöne, etirythmifche Ornamentfchatz der früheren Zeiten pafste ganz und gar nicht mehr hierher; in der Verlegenheit nahm man feine Zuflucht zu jenen unfchönen, manierirten Wulßen, welche wir mit dem Namen des vOhrRVafChlftilsa zufammenfaffen, weil iie die wurmartig rundlichen Formen des mcnfchlichen Ohres auf das Rahmenwerk übertrugen. Auch die Fratzen, Mufcheln, Feftons etc. jener Zeit haben den Charakter des Gekneteten. das Ornamentwverk in den Händen franzöflfcher gantere Durchbildung und entwickelte ftch bei Erit zu Ende des I7. Jahrhunderts erhielt auch Dekorateure an der Svitze ran Benzin, eine ele- , l gleichzeitiger Verfeinerung des Struktiven zum