Fritz Gärtner (gob. l882 in Äussig C. d. Elbe, lebt auf Schlaf; 1Vla1linkrodt bei Wetter a. cl. Ruhr) Die groBe Garbe- 553 F:-is Gärtner, ein junger Deutschböhme, stammt aus Aussig a. d. E. Seine künstlerische Entwicklung geht über München, wo er unter Hackls, Lösfg", Wagners und Marrs Leitung die Kräfte zu regen begann. Aber das Beste seiner jungen Kraft hat er sich selber und der Lehrmeisterin Natur abgerungen. Dieser ewigen, unerschöpflichen Quelle ist er bis ans Herz nahegerückt. Sein Atelier durch ein liebenswürdiges Mäzenatentum ihm zu beneidenswerter Sorglosigkeit erschaffen liegt hoch auf dem Schloßberg MalIinkrodt b. Wetter a. d. Ruhr. Ein prachtvoller Landsit3, in dem Natur und Gönner wetteifern, die Bedingungen künstlerischen Schaffens zu erfüllen. Und wie versteht der junge Künstler durch die unermüdliche Energie seiner Arbeit das zu nugen! In unaufhörlicher Reihenfolge entstehen seine Schöpfungen, mit immer neuem Eifer geht er den Problemen nach, die ihn da draußen fesseln. Sein Hauptthema ist die Arbeit des Feldes, das Leben auf dem Lande: die Schnitter, von des ,,holden Himmels fruchtender Fülle" umgeben, die grabenden Frauen, deren Silhouetten die Abendsonne umspielt, der Gärtner inmitten der farbenreichen Reflere seiner Psleglinge, die Garbenbinderinnen, alles das faßt er mit großem, kühnem Wurf an, mit einer zuversichtlichen Frische, die keine Konzessionen macht und durch sich selbst zu ihrem Rechte kommt. In seinen Bildern stecken große, mutige Bewegungen, einfache Linien und Teilungen disziplinieren die Flächen; und seine Farbe ist von kräftiger, freudiger Reinheit, voll von frischer, freudiger Lust. Alle diese Vorzüge vereinigt unser Bild -Die große Garbe" in sich; das selbstverständ- liche, sich des Ziele gewisse Zugreifen spricht daraus, nichts ist kombiniert und berechnet, aber um so größer hat sich das Auge da draußen geöffnet, um von dem ,,goldenen Überfluß der Welt" in sich zu fassen und den heimlichen Schatz des Herzens zu mehren. Neben diesen lebensgroßen figürlichen Bildern zeigte Gärtner auf den Ansstellungen in München, Berlin und Karlsruhe r-iumlich wundervolI klar erfaßte Landschaften, die trotz unverl-ennbarem franzöfil"chen Ein- fIUß wieder nur auf der eigenen Scholle entstehen konnten. Ihm wächst die Fülle der Motive zu, wie sie die große Freundschaft der Natur nur ihren Lieblingen öffnet. Bei alledem steht er am Anfang einer hofsnungsfrohen Entwicklung, seine Arbeit schaut noch immer in das ,,Morgen" hinein. Und wir wollen es mit ihm tun in der Gewißheit, daß er noch manche große Garbe zur Ernte einfahren wird. Hugo Busch (Dortmund)