meistens in Regensburg, Ulm und der dortigen Gegend herum auf und kam end- lich als Hofmaler nach Ansbach. Seine Portraits hatten viel Gutes, flüchtig gemalt aber ähnlich. Da er sehr geschwind und wohlfeil malte, so hatte er an diesem Hofe viel zu thun und musste Gesellen halten. Ich war ihm sehr nützlich, musste copiren und andere unbedeutende Dinge, wobei nichts zu lernen war, machen. Es war eben damals die Zeit des siebenjährigen Krieges und ein Jeder wollte das Portrait des Königs von Preussen haben. Des Königs Schwester, die verwittwete Markgräfin, hatte ein Portrait des Königs, das in Berlin gemalt worden war. Dieses Bild musste ich nun oft copiren und ich machte alle Tage eins fertig. Um in der Kunst weiter zu kommen hatte ich freilich keine Gelegenheit; immer schlechte Copien machen ist nicht der rechte Weg; ich sah es wohl ein und ich wäre nicht so lange geblieben, wenn mir nicht das Leben in diesem Hause wohl gefallen hätte. Schneider und seine Familie waren angenehm, allein so viel Geld er auch verdiente, so kam er doch in Schulden, so dass er sein Leben im Zuchthause beschliessen musste. Nach Verlauf von 172 Jahren schrieb mir Haid, dass wenn ich Lust hätte wieder nach Augsburg zu kommen, ich nun ungehindert daselbst bleiben könne, weil diejenigen um derwillen ich weggegangen, gestorben wären. Ich reiste also im Februar 175g wieder nach Augsburg, und Haid konnte mich in seinem Hause aufnehmen, mir Wohnung und auch Kost geben. Das erste Portrait, das ich nun machte, war Bause aus Halle, der auf kurze Zeit nach Augsburg kam um bei einem Kupferstecher den Grabstichel führen zu lernen. Von dieser Zeit an hatte ich ununterbrochen Portraits zu malen. Im Jahre 1764 im März besuchte mich der Professor Sulzer aus Berlin auf seiner Rück- reise aus der Schweiz. Mit ihm reisten vier junge Leute, die alle berühmt wurden, nämlich Lavater, Hess, Füssli und Itzeler aus Schaffhausen. Während ihres kurzen Aufenthalts in Augsburg hatte ich das Vergnügen, mit ihnen umzu- gehen und ihnen die Merkwürdigkeiten der Stadt zu zeigen. Sulzer lud mich ein nach Berlin zu kommen. Damals fiel mir's nicht ein einst sein Schwiegersohn zu werden. Im August d. reiste ich nach Regensburg und malte daselbst viel Portraits meistens auf Pergament aber in Öl. Es war der Gebrauch, dass die Geist- lichen und die Rathsherrn sich mussten malen lassen und zwar in ein Buch, dessen Format nicht eben gross war. Auch malte ich grosse Bilder im schwedischen, russischen und preussischen Gesandten-Hause. Im Februar 1765 kehrte ich nach Augsburg zurück. Hier machte ich bald nachher Bekanntschaft mit einem ge- wissen Herrn Hauptmann Heidegger aus der Schweiz, Schwager von Salomon Gessner. Dieser war nämlich in Dresden gewesen und hatte daselbst unter an- deren den Herrn von Hagedorn, den Director der dasigen neuerrichteten Maler- Academie, kennen gelernt. Auf seiner Rückreise kam er nun durch Augsburg, und da er gehört hatte, dass ein Landsmann von ihm, ein Portraitmaler, sich da- selbst aufhalte, so besuchte er mich. Er sagte mir, dass Hagedorn einen Portrait- maler suchte und dass er deswegen an ihn schreiben wolle, um mich vorzuschlagen. Ich verbat mir aber dieses, weil ich mich zu schwach für eine solche Stelle hielt. In demselben Jahre machte ich eine Reise nach Winterthur, von wo ich 9 Jahre lang abwesend war, bloss um dort einen Besuch zu machen und bald Wieder nach Augsburg zurückzukehren, weil meine Idee war mich daselbst festzusetzen. In Ißls