O-uedlinburg, Essen. 23 im Jahre 874 gegründete Kloster zerstörte vor 947 bereits wieder ein Brand; der Bauperiode, welche dieser Katastrophe folgte, entstammt der schon oben als Kopie von Aachen erwähnte 2).2onnenchor."-) An einen hohen, das Mittelschisf schließeuden Bogen lehnt sich ein Chorschluß aus drei Seiten des Zehneckes im Aachener System. Von dorther ist auch die Außenbildung dieser Teile mit dem höher hinaussteigenden Mittelkörper, und den beiden kleineren unten rechtwinkligen, oben runden Trcppentürmen, sind ebenso (in Abschwächung der Aachener Strebepfeiler) die Pilaster als Wandgliederung der Obermauer übertragen. Wichtiger aber als durch diese H: Anlehnung an das ältere Vorbild ist der Bau durch die Fortschritte im Detail. Neben der X Beibehaltung der antikisierenden Formgebung treten hier zum erstenmal neue Bildungen ;s I WF41Hi(-Apis-Z es W i ttWliiZEiH- artige mittelalterliche Erfindung. Da sie un- zweifelhaft ohne Übertragung von anderswo her an verschiedenen Orten selbständig gemacht worden, hat man sie aus dem älteren Holzbau herleiten zu dürfen geglaubt. Mit Hm-M Unvreaht! Die Einfügung eines KapitelIklotz,es zwischen Siinle und Balken wäre dem Holzbau ; völlig konstruktionswidrig; etwaige Kopfver- E zierungen müßten hier gerade mit der Säule aus einem Stück gearbeitet werden. Die Holzarchitektur aber kennt überhaupt kein Kapitell; sie erseht es durch den Unterzugs- Fig. M WWmzu Ew- balken. Das Würfelkapitell des Mittelalters ist nichts als die naturgemäße Überführung von der runden Säule zur Wölbung; es erklärt sich zwanglos aus der Konstruktion. l-IllIlIII Ferner begegnen wir in Essen zum ersten- - V - mal, vielleicht nach ravennatischen Vorbildern, jener Fensterform, welche in einen großen Rundbogen zwei kleinere, durch eine Mittel- E--I D DR. säule gestützte einfügt; auch dies bekannt- ;-.-lQIIsIII lich eine für das ganze Mittelalter charak- tekifkischc BiIdUUg- die hier WHAT schon Fig.20. Grundriß vom Erdgesehoß und Empore in das Feld zwischen dem großen und im Westcyokzu Essen. V) Jst der Mitte des elsten Jahrhunderts wurde dann, wohl als Umbau älterer Anlage, bei diesem Werke ein Säulenvorhos errichtet, der das Münster mit der axial zu ihm liegenden Taufkapelle St. Johann in Verbindung brachte. Die ursprüngliche Form der leHteren ist durch einen spätgotiscl)en Neubau verdrängt worden. Es ist dies das einzige in Deutschland erhaltene Beispiel jener in alte-hristlicher Zeit bekanntlich weit verbreiteten Gruppierung der KAkk)EdMkm1luge. Eine ähnliche Disposition wie hier ist auch für Aachen vorauszusehen.