78 haben sich eine Neihe und gerade die schlechtesten unter die Malerfarben ein- geschlichen; man findet sie in den Verzeichnissen der Malerfarbenfabriken auf- geführt und leider selbst von tüchtigen Künstlern verwendet. So das Anilin- violett (Mauve), das Magenta-Not, Anilingelb, auch Persisch- gelb genannt, Solferino-Nosa und eine Anzahl violetter und roter Lacke unter Phantasienamen wie Geranium-, Cäsar-Lack 2e. sc. Auch das Saflorrot Rose Carthame ist hier anzureihen. Es sind dies für Malerzwecke gänzlich verwerfliche, ganz lichtunechte Farben. Besser, ja für Färbereizwecke die meisten früher verwendeten pflanz- lichen und tierischen Farbstoffe sogar bedeutend überragend, sind die so- genannten Azofarbstoff e, unter denen namentlich brillante Not (Schar- lach- und Vordeaux-) hervorragen. Aber auch diese sind für die Malerei noch nicht beständig genug. Die lichtechtesten, künstlichen Teerfarbstoffe, die auch die besten Farblacke liefern, sind die Anthrazenfarben, namentlich die vom Alizarin, einer aus dem Anthrazen herstellbaren Verbindung entstammenden Alizarinlacke, die künstlichen Krapplacke, die in Färberei und Malerei die natürlichen Krapplacke so gut wie Verdrängt haben (s. S. 55). In neuester Zeit wird auch der Jndigo synthetisch, künstlich aus Teer- produkten hergestellt. Die meisten pflanzlichen und tierischen Pigmente werden erst zu Maler- farben tauglich, wenn sie zu Farblacken präpariert, an pulverige Stoffe (meist Metallhydroxyde) gebunden werden (s. S. 23). Sie werden dadurch meist erst zu schönfärbigen, in Wasser unlöslichen Farbkörpern. Auch die Teer- farben müssen für die Verwendung zu Maler- und Anstreicherfarben (im allgemeinen gesagt zu Körpe,rfarben) in die Form von Farblacken gebracht werden. Den meisten Teerfarbenlacken geht aber nebst der Lichtechtheit ge- rade die für die Malerei wichtige Eigenschaft, ,,waschecht" zu sein, ab. Die meisten aus Teerfarben hergestellten Lackfarben geben an Wasser etwas von ihrem Farbstoffe ab. Es ist dies eine für den Nachweis derselben äußerst günstige Eigenschaft. Namentlich da die farbkräftigen und leuchtend schönen Teerfarben auch zur Auffärbung, ,,Schönung", also Ver- fälschung von Malerfarben leider vielfach verwendet werden. Auch Alkohol (Spiritus) zieht meist oder doch häufig aus denselben etwas Farbstoff aus, so daß sich die Teerfarblacke fast durchgehends durch die ,,Waschunecht- heit" gegen Alkohol oder Wasser verraten. Auch konzentrierte Schwefelsäure kann zur Erkennung von Teerfarben in Misd)ungen dienen. Viele Teerfarben namentlich Azofarbstoffe lösen sich in konzentrierter Schwefelsäure mit charakteristischer Färbung. So geben viele rote und gelbe Teerfarben in Schwefelsäure grüne und violette (l) Lösungen.