F Zur chemischen Prüfung des F-arbstoffes in einer Maler- farbe muß derselbe naturgemäß zunächst von dem Bindemittel be- freit T-werden; dieses könnte sonst die charakteristischen chemischen Neaktionen stören. Es wird dies namentlich für Dlfarben gelten. Man verfährt da am zweckmäfzigsten folgendermaßen: man verreibt ein Quantum der Olfarbe (etwa von Haselnußgröße) mit der Ho rnspachtel auf der Palettei mit frischem, klarem, farblosem Terp entingeist zu einem dünnen Brei und setzt diesen nun tropfen- weise (wieder mittels einer Spachtel) auf eine poröse Masse: auf einen flachen Scherben von einem gewöhnlichen irdenen Blumentopf oder sonst ein Plättchen aus gebrannter, poröser Tonmasse, auch wohl auf vielfach zusammengelegtes Filtrierpapier oder Löschkarton. Die porös e Unterlage saugt die ölige Lösung des Bindemittels auf. Bei einiger Sorgfalt und langsamem, tropfenweisem Aufsetzen von Farblage auf C.Farblage bringt man es leicht zustande, das ganze Farbquantum auf einer kleinen Fläche, also in dicker Schicht beisammen zu halten. Erscheint diese trocken, hebt man mit der Hornspachtel von der Unterlage ab, ohne Teilchen der Unterlage mit abzukratzen. Man bringt die abgehobene Farbmenge neuerdings auf die reine Palette, verreibt nochmals mit Terpentingeist, setzt wieder auf eine frische poröse Unterlage auf und hebt den trockenen Farbrest wieder ab. Verfährt man in gleicher Art noch ein- oder zweimal unter Verwendung von Weingeist (Spiritus) statt Terpentingeist, so wird man die Farbe schließlich auch von Terpentingeist befreit, und zur chemischen Prüfung geeignet erhalten. Bei Wasserfarben kann man in gleicher Weise verfahren, wird aber natürlich nur destilliertes Wasser zum Verdünnen nicht Terpentingeist und nicht Spiritus anwenden. Neste wäßriger Bindemittel stören auch die Neaktionen im allgemeinen weniger als ölige Stoffe. 8. Erscheinen im Handel etwa Surrogate des Farbstoffes unter gleichem Namen? Wie erkennt man diese? Oder ist der Farbftoff Verunreinigungen und Verfälschungen unterworfen? Welc)e hauptsächlich schädliZchen Beimengungeu sind zu beachten? Wie sind dieselben zu erkennen? 9. Erscheint der Farbstosf etwa unter mehreren Namen im Handel? Vei der folgenden Beschreibung der einzelnen Farbstoffe finden diese 9 Fragengruppen Verückßchtigung und sind zur leichteren Orientierung die entsprechenden Nummern am Rande neben den Text gesetzt. Die ,,Deutsche Gesellschaft zur Veförderung rationeller Malerverfahre11 in -München" hat als Resultat ihrer Cnqueten eine Skala von Fa rbstos sen für L3lmalerei festgestellt, die, wenn rein und unverfälscht, Linke, Die Malerfarben. 3