! , ; ; -H! - . M- i, F, N Plakat des sit-kns "Tourniaire, der in den zwanziger und dreißiger Jahren in Deutschland herumzog. leiseste Erinnerung an bessere freiere Zustände enthalten oder Kritik öffentlicher Einrichtungen bedeuten konnte, so emps1"ndlich waren die Theater selbst gegen die Beurteilung ihrer Leistungen. Goethe wollte eine solche so wenig dulden, daß er den Schriftsteller Karl von Jarriges seiner scharfen Theaterkritiken wegen aus Weimar ausweisen ließ; Spontini in Berlin lief; ein Sehriftchen gegen seine Direktion von der Polizei verbieten, ehe es nur erschienen war. In Berlin durfte die Zensur in den Theaterartif"eln der Zeitungen Peinen Tadel der Direktion in bezug auf Beselzung der Rollen, Wahl des Repertoires, Ausstattung der Bühne usw. durchlassen, ein neues Stück durfte erst nach der dritten Vorstellung kritisiert werden, so das; Friedrich von l"1chtrilz am Morgen nach der Ausführung seines Ehrenschwert in allen Bäckereien, Friseurläden, Konditoreien herumlief, um ein Urteil über sein Stück zu hören. Diese Angst vor der öffentlichen Meinung spielte in die Auswahl des Nepertoires hinein und begünstigte geradezu das leichte Genre weil VI gefährlich schien. Karl Blum, Kurliinder, Julius von Louis Angely haben allein jeder gegen 100 Schwiink"e, Possen, Lieder- spiele u. dgl. verfaßt und wenn ihre Fruehtbark"eit der Nachfrage noch immer nicht genügen konnte, so waren ja die fremden Literaturen zur s2lushilfe da. Ungefähr die .s,7iilfte aller damals auf deutschen Bühnen ausgeführten Stücke waren Über-selzungen, meist aus-dem Franz"o"sischen, mancher der für das Theater tätigen Schriftsteller, wie der Freiherr von Biedenfeld betrieb das übersetzen ganz fabrikm:if;ig. Viele-Schauspieler machten sich die Stücke, in denen sie zu glänzen 477