220. Akanthusornament von einem auf dem Trajan-sforum gefundenen Fries. Die römische Knnß. Während griechisches Geistes-lebet! und griechische Kunst im Hellenis1nns niedergingen, hatte sich im Westen immer drohender die Weltmacl)t Roms erhoben. Diese begann immer begehrlicher nach den Stätten auszufchauen, auf denen die höchste Kultur der Menschheit geblüht hatte. Ihre ersten Schläge waren gegen Makedonien gerichtet, und Makedonien und Griechenland fielen zuerst dem wachsenden Koloß zum Opfer. Nach und nach wurden auch alle Königreiche, welche ans- der Monarchie Alexander-Z des Großen entstanden waren, durch das siegreiche Schwert der Römer gefällt, und die ganze griechische Welt trat in den Dienst der herr- schenden Roma. Damit war die freie selbständige Entwickelung der helleUisChe11 Kultur abgeschnitten, sie war dem Raube des Siegers anheimgegeben, der ihre Erzeugnisse und SeHlinge ihres- Geistes nach der Hauptstadt entführte. X. 2lltitalische Kunst. Lange, bevor die griechische Kunst ihren Einzug in Rom hielt, hatte in Jtalien eine einheimische Kunstübung bestanden. Gewöhnlich wird diese altitalische Kunst nach den Hauptfundftätten etruskisch genannt; dieser Begriff ist aber viel zu eng, da dieselbe Kuuftweise anfangs ganz Jtalien- später DIE gUUzE H(1IbiUfeI mit Ausschluß der griechischen Kolonien in Süditalien Umfaßte. Die altitalische Baukunst beginnt ganz ebenso Wie die Mit Stadtmauern in ,,kyklopischer Weise", in welchen innere Räu.me durch allmählich nach oben immer weiter vorkragende Steine gedeckt find. Sehr zahlreich haben sich Gräber erhalten. In den meisten Fällen sind es in den Felsen gehauene Kammern, denen oft Felsfassaden vorgelegt sind. Ein Grab bei Corneto ist besonders interessant, weil es, in den Felsen gehauen, die Holzkonstruktion eines Daches nachahmt. Andere Gräber haben die Form eines oben abgestumpften Kegels, in welchem sich die Grabkamnier befindet, oder der sich auf einem die Grabkammer enthaltenden Unterbau erhebt. Zu der ersteren Art gehören die sogenannte Nuraghen auf Sardinien, zu der letzteren das sogenannte Grab des Virgil bei Neapel und das sogenannte Grab der Horatier und Curiatier bei Albano mit fünf Kegeln, von