Stille Jahre und Weltlä-tm. 267 nirten Säulen mit ihren guten Capitälen von Porphit grün und rot und Gossenstein, die Carolus von Rom (in Wirk- lichkeit war es Ravenna) dahin hat bringen lassen und do einfiicken"; ferner ,,Kaiser Heinrichs Arm, unserer Frauen Hemd, Gürtel und ander Ding vom Heilthum." Über alle Maßen herrlich war die Feier am 23. Oktober. Da ,,hat man König Karl zu Ach gekrönt, da hab ich gesehen alle herr- liche Köiilichkeit, desgleichen Keiner, der bei uns lebt, kösilicher Ding gesehen hat". Aber in all der Herrlichkeit hatte der Reu- gekrönte wieder keine Zeit für den Maler aus Nürnberg, und abermals muß Dürer seiner Beskätigungsurkunde nachreisen. Endlich, in Köln is? es so weit, und Dürer kann am 12. November in sein Tagebuch vermerken: ,,Mir ist mein Con- firmacia von dem Kaiser an mein Herrn von Nürnberg worden am Montag nach Martini, im 1520 Jahr, mit großer Mühe und Arbeit." Von den 2oo Gulden, die er außerdem haben sollte, ist nicht mehr die Rede. Er muß sich drein finden, wie er die vielen wertvollen Geschenke verschmerzen muß, durch die er sich langsam an sein Ziel herangearbeitet hatte. Die Hauptsache blieb, daß er sein Leibgeding nun sicher hatte auf Lebenszeit und er nicht mehr die Zeit zu fürchten brauchte, da einem ,,abgeht am Gesicht und Freiheit der Hand-. 4. Zehn Tage danach war Dürer wieder in Antwerpen. Der geschäftliche Zweck seiner Reise war erreicht, aber bis zum Juli 1521 zog die Heimreise sich hin. Wir wollen hier nicht noch einmal das ganze Tagebuch in seiner Buntheit nacherzählen, die Fahrten kreuz und quer nach Mecheln, Brüsfel, Brügge, Gent, Malcheren, die vielen Mahlzeiten tief in die Nacht hinein mit feierlichem Heimgeleit, die ehrenvollen Ausnahmen bei der Statthalterin Margarethe, dem König Chrisiian von D-inemark, dem Kaiser selbst, der noch einmal