24o Unter Kaiser Max. Der Kaiser hatte viel Sinn für das Fesiliche und sonnig Prangende. Er träumte von stolzen Triumphbogen, durch die er hindurohzog inmitten eines endlosen Zuges voll bunt- bewegter Gruppen mit wehenden Fahnen, Drometengesch metter und Paukengedröhn. Eine solche Ehrenpforte nun und einen solchen Triumphzug wollte er in allen deutschen Städten haben: die Künsiler sollten dafür sorgen, mit den nämlichen Mitteln, mit denen sie auch der Kirche so gute Dienste leisieten. So kam das merkwürdige Zweiwerk zustande, das riesen- hafteiie Doppelbilderbuoh, das uns mehr vom sinkenden Kaisertum zu sagen hat als ganze Bande Von Chroniken, und das durch Dürer und einige seiner Mitarbeiter, unter denen Burgkmair und Altdorfer die größten sind, auch künsklerischs geadelt wurde. Z. Der Hofgelehrte Stabius, Aiironom und Mathematiker- von Beruf, Dichter aus Liebhaberei, arbeitete den kaiser- lichen Gedanken zuerst zu einem Programm aus. Für die ,,Pforte der Ehren des Kaisers Max-imilians" verlangte er- von den Künstlern, sie in der Gestalt zu errichten, ,,wie vor alten Zeiten die Arcus triumpha1es der römischen Kaiser in der Stadt Rom, deren etliche zerbrochen sind, und etliche noch- gesehen werden". Vom römischen Triumphbogen konnte nun freilich nicht viel bleiben, da das Ganze nur ein Gerüii darstellen sollte für eine weit ausholende Geschichte Max-imilians und seines Hauses. Allein 35 Bildererzählungen mit erklärenden Reimen waren vorgesehen, über hundert Wappen, an die hundert Bruskbilder nnd neun geschichtliche Persönlichkeiten in ganzer Gestalt. Das verlangte viel Fläche, mehr als ein richtiger arcus triun1phalis vertrug. VielFlä(he ist geschaffen worden, es kam alles drauf, was verlangt wurde und noch einiges