12. Die Trilogie des Todes. I. Wir stehen vor dem berühmten Dreiwerk: ,,Melancholie", ,,Ritter, Tod und Teufel'-, ,,Hieront)mus". Die siolzen drei Blätter sind Dürers volkstiimlichsie Schöpfung. Nichts anderes ist fleißiger nachgedruckt worden, nichts anderes ward :von den Männern der Schrift lieber gedeutet. Aber wieviel die Weisen auch hin- und herreden mochten: sie konnten bei- sammen nicht kommen. Es liegt ein ,,Problem" vor. über den Sinn jedes einzelnen Blattes hat man sich schließlich einigen können. Was aber is? es, das die Gruppe eben zur Gruppe macht? Eine Einheit sind die Blätter, das hat man den Freunden Diirerscher Kunsi nie ausreden können. Sie gleichen sich in der Größe (die genauen Maße sind o,239 :o,168; entsianden und zeigen die nämliche Art der Ausführung. Über das alles hinaus aber empfindet eine Gemeinsamkeit der Stimmung, die Ae so untrennbar fest zusammenhält wie die Glieder eines dreigeteilten Gemäldes oder die Sätze eines ft)mphonischen Werks. Und hier kam nun das Problematische: wie soll man es anfangen, daß man das Unsichtbare und doch sv fiihlbare geistige Bild zu fassen bekommt? Dürer hat darüber nichts geäußert. Seine Zeitgenossen begnügten sich dieser sichtbaren Trilogie gegenüber mit dem sicheren Gefühl, daß hier eins auf das andere angewiesen sei und machten sich keine weiteren Gedanken. Seither sind vierhundert Jahre vorüber. Keines der Geschlechter, die da Isl-