Der MenscheUfVk)U- 20I" O Haupt, forth? schön gekrönet Mit höck)sIer Ehr und Zier, Gegrüßet sey? du mir. Dann der stille Ausklang für unser Empsinden, ein Gegenstand, auf den Oürer auch sonst immer wieder zurück- kommt: das Schweißtuch der Veronika. Die Heilige, zwischen Peter und Paul stehend, breitet es aus und weist uns das Haupt. Uns heute kann der Anblick kaum iiberraschen. Wir können uns den Menschensohn gar nicht mehr anders denken als in diesen Zügen. Von Anfang an, meinen wir, müsse die christliche Kunst ihn gerade so gestaltet haben. Das ist ein Irr- tum. Dürer allein hat den Kopf herausgebildet in dieser be- sonderen Art, durch seine Augen sehen wir heute das Haupt der Christenheit. Wenn irgendwo, so kündet sich hier die zwingende Kraft eines Künstlers, dem es gegeben ist, die Anschauung zahlloser Menschen und vieler Jahrhunderte zu bestimmen nach seinem eigenen seelischen Er-leben. Sein eigenes Erleben: das ist zu betonen, denn das ist das Geheimnisoollste am Verhältnis Dürers zum Neuen Testa- ment, daß die äußere Erscheinung Christi, je mehr Dürer sich in sie hineinlebt, um so ähnlicher dem Menschen Dürer wird. Wie das geschehen konnte? Wir wollen der Frage erst nach- gehen, wenn wir die anderen Werke dieser Richtung kennen lernten. Z. Nooh einmal, gleich nach Vollendung der kleinen Passion, ging Dürer daran, das Leben des Herrn zu erzählen. Noch skiller, noch abgeklärter wollte er sein, und wählte er den Stich als Mittel des Ausdrucks. Die ,,geIkochene Pafi7on", die so unmittelbar neben die kleine gestellt ist, hat nicht ganz deren sichere (8efchlosfenheit