146 Der Malergentiluomo. zeichnenderweise nicht dem großen Wurf Mantegnas folgte, sondern der feineren Art der Deutschen. Als Maler gewöhnte er sich das ins Einzelne gehende Kleinhandwerk an, die Still- lebenkunsi der Nordischen. Selbstverständlich ohne es ihnen zu danken. Die unmittelbare und plumpe Nachahmung wußte er ftets zu umgehen, und so nahm man es treuherzig für wahr war er doch ein Gentleman! wenn er den andern zu geben schien, was er in Wirklichkeit ihnen ge- nommen hatte. Nur in einem unterschied er sich von den Handwerks- künstlern des Nordens: das Bürgerpack und das Volks- gewühl der Massen kam für ihn als Kundschaft nicht in Frage. Er schuf nur für die beste Gesellschaft, die Humaniiien und Patrizier, am liebsten für die Höfe. Im Jahre 15o3 Enden wir ihn in kursächsischen Diensten auf Reisen nach Witten- berg, Naumburg und Lochau. Zwei Jahre danach ist er in Weimar, weiter am Meci"lenburger Hof, 15o8 mit Joachim I. von Brandenburg zusammen in Frankfurt a. O., dann im Schloß Zuytborch in Diensten Philipps von Burgund. Bei der Statthalterin der Niederlande, der Erzherzogin Mar- garethe setzt er sich endlich 151o zur Ruhe mit einem Ehren- fold von jährlich 1o0 Gulden. Es ist, wie Ludwig Jusli zu- sammenfassend sagt, als ob man ihn förmlich herumgereicht habe, als hätte es zum guten Ton eines deutschen Hofes gehört, ihn einmal bei sich gehabt zu haben. 2. Nur die Nürnberger Zeit aus Jacobos Leben ist für uns von Wert. Selbstverständlich mußte Dürer die auf- fallende Erscheinung des ,,Jacob Walch", des wälsohen Jakob, wie die Stadt ihn nannte, von Anfang an kennen. In den F2umanisten hatten sie denselben Freundeskreis, verkehrten