In der Malerfohule. dem großen Büchermarkt kaum höhere Geltung. Da nahm sich der Sache ein Mann an von solcher Tatkraft und solchem Scharfblicl? für das Wesentliche, daß Nürnberg mit einem Ruck in die vordersie Reihe kam. Es war Anton Koburger, der Pate Albrecht Dürers. Was, ihm den Vorsprung vor den andern sicherte, war nicht der Umfang seines Unternehmens (wie- wohl es mit seinen 24 Druckerpressen, von 1oo Gesellen be- dient, nicht seines gleichen hatte), und auch nicht die gute Schrift allein. Es war vor allem, daß er im Bildwerk um- gestaltend eingriff, indem er diesen Teil der Arbeit den her- kömmlichen Handwerkern entzog und mit einem Maler ge- meinsam auf neue Wege ausging. Der Maler aber, mit dem er sich zusammentat, hieß Wohlgemnt. Das erste seiner wirk- lich Neues bringenden Bücher war der ,,Schaizbehalter oder Schrein der wahren Reichtümer des Heils und ewiger Selig- keit". Z. Die Tat des Wohlgemut auf dem Gebiet der Form- schneidekunst iß, daß er die Farbe entbehrlich machte. Noch war die Nachfrage nach farbigen Bildern so stark, daß man ihr das Zugeständnis doppelter Ausgaben machte; ,,rohe", das heißt solche in einfachem Schwarz-Weiß, und um das dreifache teurere ,,illuminierte", die farbig ausgetuscht waren. An der sehr oberflächlichen und rohen Weise des Farbenauf- trags (es war mehr ein Aniireichen als ein Malen) ist leicht zu erkennen, wie sehr die Farbe ßch überlebt hatte, die bei Dürer dann überhaupt nicht mehr in Frage kam. Vergleichen wir einen ungetönten aber noch bunt ge-s dachten frühen Holzschnitt mit einem farblos-malerischen später, so is? auffallend zunächst, wie viel leere weiße Stellen der eriie enthält. Der Formschneider konnte eben noch nicht mehr geben als Umrisse und die nötigiie Schrafß'erung. Bei