Bei den Eltern. 53 gibt der Alte, endgültig vielleicht bestimmt vom Spaten Koburger, seine Einwilligung. ,,Da man zählt nach Christi Geburt 1486 am St. Enderstag", den letzten November, ver- spricht Albrecht Dürer der Ältere seinen Sohn dem Maler Michael Wohlgemut in die Lehre, auf daß er ihm drei Jahre diene. Sie sind ihm nicht leicht geworden, die drei Jahre bei Meister Wohlgemut. Zum ersten Male war er außer Hause. Die Zurückgezogenheit des Vaters und seine eigene sinnierende Art ließen ihn nur schwer unter fremden Menschen sich zurecht finden. Er vermerkt in der Chronik, daß er von Wohlgemuts Knechten,,viel leiden mußte". Das ist für ihn ein hartes Wort und läßt auf trübe Stunden schließen, die ihn der Übermut der Kameraden kosten ließ. Aber er hält durch: ,,Gott verliehe ihm Fleiß-", daß er wohl lernte. Ende 1489 ist er frei, und Ostern danach kann er die Wander- schaft antreten. So weit das äußere Leben des Künstlers bis nah an die Zwanzig. Wir halten ein, uns umzusehen, welches zur gleichen Zeit die Schicksale seiner Kunst gewesen sind. 2. Als Goldschmied fing Dürer an, in der Werkstatt seines Vaters. Es wäre für uns wertvoll, Genaueres von der künstlerisohen Tätigkeit des alten Dürer zu wissen. Aber wir haben nichts in Händen. Kaum Mittelbares. Aus einer Urkunde geht hervor, daß die Goldschmiede Dürer und Hans Krug 1489für Kaiser Friedrich I1l. einen Auftrag auszuführen hatten. Der Nürnberger Rat wird angewiesen, ,,bei dem Hans Krug und Albrecht Türer Fleiß zu thun, daß sie der kaiserlichen Majesiät seine angedingte Tringefeß fürderlioh verfertigen." Und dann ist da noch ein Brief, den der Vater von einer Reise aus Linz an seine liebe Barbara