Die Offenbarung Johannis. Stimmen des Apokalyptikers. Indem er so handelt, mehr triebhaft als absichtlich, bringt er zu seinem Teil Gesundung in eine krank gewordene Zeit. Ein bekanntes Wort ab- wandelnd können wir wohl sagen: die Offenbarung Johannis, wie .Dürer sie gab, das war schon die Neformation unterwegs. 2. Wir greifen nun zum Buche selbst. Für den Holzschnitt hatte Dürer sich entschieden. Das war für einen Künstler, der ins Volk dringen wollte, fast selbst- verständlich. Auf allen Jahrmärkten und bei Heiltums- fahrten jeglicher Art, war man gewohnt, solche Blätter und Bücher zu finden. Im F,)olzschnitt konnte der Maler Volks- reden fürs Auge halten, oder auch, wenn er es danach hatte, Predigten fürs Auge. Dürer traute stch viel zu. Er ging er- staunlich ins Format. Einzelne Blätter von solchem Umfang kannte man wohl schon, ein ganzes Buch aber, ausschließlich aus ihnen zusammengesetzt, das war etwas Neues. Schon das war angetan, die Leute aufmerksam zu machen. Wie aber: wenn sie nun das Buch mit dem fesselnden Titel aufschlagen und Blatt auf Blatt umwandten, war dann das, was sie hier sahen, nicht eine starke Zumutung? Der Gegenstand war volkstümlich, daran war kein Zweifel. Konnte er aber seine Volkstümlichkeit behaupten auch bei der besonderen Art der Darstellung, die ihm hier gegeben war? Ein nur an moderne Kunstwerke gewöhntes Auge kann kaum daran glauben, so viele Hindernisse bieten stch ihm. Wie soll man das wohl auseinandersehen! Das rankt und- wuchert uns entgegen und verfilzt sich, so wild und so wirr, daß es uns fast undenkbar scheint, es könne jemals Menschen gegeben haben mit Augen, die das vom Blatt herunterlasen.. Tatsächlich ist der Dürersche Holzschnitt im Vergleich