Zwischen zwei Welten. 15 der nämlichen Sache. Ein mystischer Ratgeber Friedrichs il I Johannes Lichtenberger, kiindete aus der Lage der Gestirne das Auftreten des großen Widersachers an, des ,,Sohnes des Verderbens". Der Asirolog Johannes Müller sah eine neue Sintflut kommen. Maximilians Geheimschreiber Griinbeck sammelte sorgfältig alle Beobachtungen. Die Zeichen hatten Wissens chaftswert, prophetische Kraft wurde den Asirologen ge- glaubt selbsk von den Fürsten des Geistes. Ein Erasmus, ein Melanchthon, ja sogar ein Luther waren befallen vom gleichen Massenwahnsinn. So dachte und so fühlte das deutsche Volk jener Zeit, dasselbe Volk, das gotische Dome baute und in lichten Städten wohnte. Wie sollen wir den Widerspruch uns deuten? Das zu ergründen, müssen wir noch einmal hinunter- tauchen in die Zeiten. 4. Das .Durcheinanderwogen von Sonne und Nebeln im nordischen Urlaub findet einen Wiederschein auch in der Mythologie der Germanen. Sie hat eine sehr lange Ge- schichte gehabt, unsere Mythologie, doch nur ganz ungefähr vermögen wir zu sagen, wie eins zum andern wurde. Worte sind wie Flüssigkeiten, die sich gerne mischen. Nicht so scharf wie bei den festen Schichten des Erdreichs und ihrer klaren Lagerung trennt sich für unseren Blick bei sprachlichen Alter- tümern das Frühere vom Späteren. Immerhin treten ge- wisse Hauptzüge der Entwicklung klarer'hervor. Wir wollen sie zu fassen suchen. Die niedere Welt der Dämonen und des Zauberglaubens leitet wie jede andere Mythologie auch die des Nordens ein. Solche kleinen, engjichtigen Gedanken nnd wie eine erste Steppensiora, die ein noch -unbebautes Land dem höheren