Viertes Buch. Die Kunst des 13. des Bis späteren ZMttelTakker5 von der gLIitte zum Ende des 14. Jahrhunderts. Die mrs1e1cropiiisklJe Kunst dieses Zeitraums. Die nordfranzöäskhe Kunst von 1250 bis 1400. Einleitung. Die Baukunst Nordfrankreichs. Um 1250 waren der abendländischen Christenheit bereits jene Schwingen gewachsen, durch die sie sich über die Vormundschast der mißverstandenen, im byzantinisch: oder romanisch: mittelalterlichen Sinne umgebildeten antiken Weltanschauung im allmählichen Aufschwung zu den Höhen freier Forschung, eigener Naturbeobachtung und selbständigen Kunstschaffens zu erheben lernte. Auf einigen Gebieten hatte die neue Richtung, die in der Vaukunst dem gotischen Stil zur Weltherrschast verhalf, in den darstellenden Künsten aber, ohne ihr Ziel zu erreichen, allmählich vom Stil und von der Manier zur Natur zurückstrebte, sich bereits seit einem Jahrhundert geregt. Jm Norden Frankreichs, dem eigentlichen Francien, stand der neue Zeitgeist um 1215, als die Universität Paris ihre vorbildlichen Satzungen erhielt, bereits in vollster Entwickelung. Fassen wir jedoch das Gesamtgebiet der abendländischen Kunst: und Sitteugeschichte ins Auge, so scheint uns, trog Houston Steward Chamberlains geistvollen Ausführungen, die Mitte des 13. Jahrhunderts noch geeigneter als sein Anfang, um einen jener dem Geschichtsschreiber unentbehrlichen Einschnitte zu machen, über die die geschichtliche Entwickelung freilich ununterbrochen hinweggeglitten war. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts beginnt in der Tat im Süden wie im Norden Europas mit der vollsten Entfaltung aller mittelalterlichen Kräfte zugleich eine Gegenwirkung gegen sie, die, von der Volkssprache getragen, überall dem eigenen Boden der Völker entsproß. Neuere Forscher, wie Thode, Kraus, Magni, rechnen diesen ganzen Zeitraum daher wenigstens für Jtalien, wo die neuzeitliche Regung am kräftigsten in die Erscheinung tritt CDante, PetrarcalJ bereits zum Zeitalter der ,,Wiedergeburtii, der ,,Renaissanceii, die die Kunst: geschichte sonst erst mit dem 15. Jahrhundert beginnen ließ. Aber in diesem ganzen Zeit: raum ist die allmähliche Zunahme richtiger Naturanschauung und eigenen Empfindungslebens, die mit dem erwachenden Selbstbewußtsein der Völker Hand in Hand geht, doch nicht als ,,Wiedergeburtii, sondern als Neugeburt aus dem Schoße des Mittelalters heraus anzusehen. Ja, der ganze neue Zeitgeist, der sich zwischen 1250 und 1400 allmählich entwickelt, ist, bei