Die Unnatur der ,,1"aille". wie überlegen wir zu lächeln pflegen über die unbegreif- liche Derkrüppelung, welche mit den Füßen der chinesinnen vorgenommen wird, um den klnfprüchen einer eleganten Dame gewachsen zu sein, wie wir uns empören über die Mutter, welche es übers Herz bringt, ihre Kinder so zu verstümmeln, wie wir den Mann verspotten, der an einer Frau diese hufartigen Klumpen schön zu finden vermag, wie wir die armen Geschöpfe bedauern, die unter einer solchen barbarischen Sitte zu leiden haben! slun erlaube man sich einmal in Gesellschaft die Be- merkung, daß unsere Damen, um von ihren verbogenen und schwieligen Füßchen ganz zu schweigen, durch die moderne Kleidung, speziell durch das Korsett einer gleichen, ja schlimmeren Der- unstaltung unterworfen werden, und daß sie genau wie etwa die zu l"lilpferdform sich mästenden siubierinnen die Opfer eines perverfen Schönheitsbegriffes sind, der in der kraßen Übertreibung statt in der Harmonie sein ldeal erblickt, dann wird man in dem nun losbrechenden Gntrüstungssturm und den Flrgumenten, die er zu lage fördert, die gleiche Flbstumpfung der Llrteilskraft und des ästhetischen Sinnes wiederfinden. Der 3opf der hängt auch hinten! So wenig der chinese an der ihm gewohnten und von dem Be- griff weiblicher Schönheit unzertrennlichen Fußverkrüppelung das für unseren Geschmack so 11)idernatürliche und Llnästhetische heraus- fühlt, ebensowenig vermögen die meisten von uns sich zu der llrteilsfreiheit und Geschmacksreinheit aufzuschwingen, daß die 1"aille, wie wir sie an den Frauen zu sehen gewohnt sind, etwas crkünsteltes, Unproportioniertes, ljäßliches ist. Und doch würde ein chinesenleutnant genau so ,,auf Füßchen" wie ein Gardeleutnant ,,auf kaille" schwören. Die Bezeichnung der ,,1"aille" als einer l)erunstaltung hat für den heutigen allgemeinen Geschmack etwas so Derblüffendes,