190 teil, alle ihre Kraft und ihren Nationalgeist aufbieten, sie zu immer höherer Vollkommenheit auszubilden, so werden wir die Zeit der Trübsal nicht nur glücklich überstehen, sondern auch geläutert im Feuer derselben, und des eklen Wustes unserer Skribler entledigt, siegreich aus dem langen Kampfe hervorgehen, wenn längst die Gebeine unserer stolzen Eroberer zu ihren Vätern versammelt sind. ,,Unser Weimarifches Theater bleibt beisammen, spielt aber noch nicht. Am zweiten Weihnachtsfeiertage soll es seine erste Vorstellung geben. Goethe will das Institut, wo möglich, erhalten, und er hat recht. Jn diesen Zeiten der Zerstörung muß man alles Bildende und Gebildete, was zu retten ist, retten und erhalten. Wir haben neue Hoffnung, daß es sich glücklich durch das Gedränge dieser Jammerzeiten durchwinden wird. Leider ist jetzt an der literarischen Tab1e d7hi5te des deutschen Parnasses Schmalhans Küchenmeister. S. Der Druck meiner Ausgabe der Divina. C0mecIia hat unter sehr infernalischen Auspizien be: gonnen. Gerade als man in Jena brannte und plünderte, und bei Vierzehnheiligen 200000 höllische Teufel einander gegenüberstanden und, mit allen Werkzeugen der Hölle ausgerüstet, sich mordeten, schwit3te der erste Bogen des 1nfern0 unter der Presse. Kann man ein göttlicheres Omen ersinnen2 sitt In der nächsten Zeit bekam Fernow verschiedene schmeichelhafte Anträge. So machte ihm der berühmte Architekt Weinbrenn er in Karlsruhe der Fernow von Rom aus kannte den Vorschlag, sich als Professor der Kunstgeschichte und Ästhetik in Heidelberg niederzulassen. Weinbrenner ließ bei dieser Gelegenheit die für Fernow bestechende Aussicht durchblicken, Italien, wenn auch nur für kurze Zeit, wiederzusehen. Dieser leytere Umstand hätte