Das Denkmal Kaiser Mlhelms YI., roße künstlerische Unternehmungen, die nahe bevor: : Z. stehen, schlagen an die Phantasie des Volkes. Viele fühlen sich zur Mitarbeit berufen. Es ist dieser D Eifer natürlich und entspringt, bewußt oder unbewußt, dem Gefühl, daß Generationen und Epochen in den nach: kommenden Zeiten nach dem beurteilt werden, was sie an Bauwerken und Statuen hervorgebracht haben. Der Ruhm oder Unruhm dieser Schöpfungen, die als die freiesten und natiir: lichsten Äußerungen des nationalen geistigen Vermögens dastehen, fällt dann auch auf die zurück, die nichts mit ihnen zu tun haben konnten. So mag, da der neue Dom und das Denkmal Kaiser Wilhelms I. jetzt sich erheben sollen, dem einzelnen un: verwehrt sein, sich auszusprechen. Wie sollte der sich nicht gleichsam als beteiligt an diesem Denkmal betrachten, der den Kaiser gesehen und gekannt und dem seine Gestalt unauslösch: lich in die Seele geprägt sein muß2 Wem wäre sie das nicht2 Der Verfasser dieses Aufsat3es aber fühlt sich auch deshalb berechtigt, seine Stimme zu erheben, weil er sich viele Jahre mit den Werken Schlüters und Schinkels beschäftigt hat und beschäftigen mußte. Auf die Gedanken dieser beiden Architekten Berlins möchte er, daß jetzt zurückgegangen werde. Berlin hat zwei große Umgestaltungen erlebt: unter dem ersten Könige Preußens durch Schlüter, und nach den Freiheits: kriegen durch Schinkel. Beide Male war der Anschein der Stadt den veränderten Verhältnissen anzupassen. Von beiden Archi: tekten wurde Größeres geplant, als zur Ausführung gekommen ists Schlüter legte außerhalb des eigentlichen Berlins jenseits der Brücke, die er baute, eine neue königliche Residenz an. Schinkel dagegen setzte mehr sich selbst im stillen die Aufgabe, die Stadt, die ein umfangreiches Areal bedeckte, ohne es aus: