Die Hochzeit Alezeanders und der Nozeane. KupferftiOh nuCh dem Soddoma5 Gemälde VIII Jacoby. Prof. LouiS eben den bildenden Künstlern, die als die hervor: ragendsten den Namen der ,,Großen Meisterst führen, haben die Zeiten der Renaissance einer Fülle von Malern, Bildhauern und Architekten weniger hohen Nanges Raum gegeben, sich Ruhm zu erringen. In Vasaris Lebensbeschreibungen der Künstler finden wir Nachricht über ihre Schicksale und ihre Werke. Die Leute durften nicht fehlen. Sie zeigen den Reichtum ihrer Jahrhunderte. Auch sie rufen das Gefühl von Üppigkeit der geistigen Produktion hervor, das die Betrachtung des Frühlings und Sommers und Herbstes jenes italienischen Daseins uns heute in unserer winterlichen Armut einflößt. Zu diesen Meistern gehört Soddoma, der, in Siena geboren, in Siena starb, zwischen seinem Anfang und Ende aber ein bewegtes Wanderleben geführt hat. Jn Siena stehen seine Werke am dichtesten, seine berühmtesten aber sind in Rom entstanden, in den Tagen, wo Rafsael dort blühte. An Stellen, wo Raffael malte, hat auch Soddoma gearbeitet und die beiden Wandgemälde seiner Hand, die als seine besten gelten, zieren Zimmerwände des oberen Geschosses des Garten: Palastes, in dem Naffaels Psychemärchen die Wände des großen gewölbten offenen Saales zu ebner Erde bedeckt. Naffaels Malereien, vorzeiten schon übermalt, ganz neuerdings von neuem ,,gereinigtss, sind für den, der an den alten Glanz denkt, ein trauriger Anblick, für den aber, der das Angebot der Gegenwart genießt, trog alledem ein Wahrzeichen jener Tage vor der Neformation, wo aus den Gräbern uralter Vergangen: heit dichter Blumenwuchs unter italischer Sonne neu empor: ftrebte. Eines der beiden Gemälde, die Soddoma in der