186 Costiim stammt derselbe aus der Mitte, oder besser, aus der ersten Hälfte des 14ts1I Jahrhunderts. Er stellt sonach Otto den jün- geren dar, -s- 1340, der nach der Jnschrift der Stifter besagten Klosters war. Jedoch nach andern Urkunden hat sein Vorfahrer gleichen Namens, -f 1248, das Kloster gestiftet, es muß dem- nach ans irgend einem Grunde der vorliegende Gras Otto auch ,,fundai0r m0nasterji" genannt worden sein. Was den andern Grabftein ohne Jnschrift betrifft, können wir, ohne durch Vermuthungen irre zu gehen, sicher annehmen, daß er einen Grafen von Orlamiinde darstellt, welcher um die Mitte des 14EEII Jahrhunderts lebte. Ja jedem ausführlichen Universallerikon sindet man die Geschichte dieser berühmten Grafenfamilie, sie ist mit urkund- licher Wahrheit, wie mit Jrrthü1nern vermischt; auch erscheint in ihr die verbreitete Sage von der weißen Frau. Auf dem GrabsteiU8 Mit Inschrift sieht man mit interes- santer Abwechselung die Tracht und Bewaffnung dieses Jahr- hunderts, welche wir bereits schon vielfach in dieser AbthciIUng gezeigt und beschrieben haben. Der Lendner aus gepreßtenc Leder ist hier mit Metallspangen unterlegt, im Aeußeren sieht man nur die rosettenartigen Niethnägel, mit denen sie befestiget Jud. Aehn- liche St-sangen fanden sich auf der im Jahr 1399 verschiitteten Tannenburg in der Bergstraße An der Tracht jenes ohne Jnschrift ist besonders hervor- zuheben, daß sich das Kettenhemd vorne in ungewöhnlich langer Spitze endet, und daß die Handschuhe ganz von Leder und, wie es scheint, nur an ihrem Rande mit Eisen unterlegt sind. Hin- ter dem Ritter befindet sith der Stechhelm; von ihm sieht man nur die gezackte Helmdecke und die Helmzicrde, welche aus durch Pfauenfedern gebildeten Bäumen besteht, zwischen denen der Löwe V) Siehe s-Die Burg Ta11nenberg und ihre Ausgrabunge11 von Ue. J. V. Hefner Und Dr. W. Wolf. Frankfurt a. M. 1850."