Materialien zusammengestellt hat, um hiedurch den Ueberblick und den Gebrauch des Werkes zu erleichtern. Was die Benennung ,,Mittelalter" betrifft, so ist die- selbe in ihrer weitesten Bedeutung zu nehmen und umfaßt ungefähr die Zeit von dem Untergang des west-römischen Reiches (478 nach Christi Geburt) bis zur Mitte des 16ten Jahrhunderts. Hiedurch ist indessen nicht gesagt, als seien die Charakterziige, welche das Mittelalter bestimmen, streng in diese Schranken eingeschlossen, sondern die Gränze ist nur beiläufig anzunehmen. So sehen wir in Betreff des Eostiimes die antiken Gebrauche noch bis in die carolingischen Zeiten vorwalten und das Ende des 16ten Jahrhunderts zeigt noch die Spuren von dem Anfang desselben. In zwei Beziehungen, in religiöser und politischer, ist das Mittelalter von der antiken Welt sehr verschieden: durch das Christenthum mit seinen kirchlichen Einrichtungen und durch das Lehenwesen der germanischen Völker. Diese beiden Institutionen haben eine gänzliche Umgestaltung der allgemeinen Verhältnisse des öffentlichen Lebens herbeigeführt. Das Evangelium Christi entwickelte in se-inen Bekennern eine neue, geistige Richtung, gab den Sitten einen mildern Cha- kalter, stellte das wahre Verhciltniß des Mannes zur Frau wieder her, srhärfte das sittliche Gefühl, was nicht ohne Einfluß auf die Bekleidung, namentlich auf größere umhül- lung einzelner Theile des Körpers, im Verhc"iltniß zu dem antiken Eostiime, geblieben ist. Das Lehenwesen mit seinen kriegerischen. und kastenartigen EinriGt