geben, hat daher nicht nur für den Geschichtsforscher ein fpecielles, sondern für jeden Gebildeten ein allgemeines Interesse. Bei weitem noch wichtiger, ja unentbehrlich ist eine solche Sammlung mittelalterlicher Trachten für den Künstler bei den Anforderungen der jehigen Zeit an ihn, welche historische Treue verlangt und ihm Gelegenheiten zur Darstellung der vaterländischen Geschichte in einer so großartigen Weise dar- bietet, wie sie bis dahin bei uns noch nicht gesehen worden ist; wir wollen hierbei nur beispielweise der Unternehmungen in München, Frankfurt und Aachen gedenken. Bei diesen Anlässen hat es sich nun oft gezeigt, wie verlegen die Künstler um das richtige Costüme gewesen und wie dürftig und unzureichend die für Deutschland bis jeHt erschienenen Trachtenbücher sind; wie schwierig das Aufsuchen der Monumente, ja oft dann für den Künstler gar nicht möglich ist, wenn er ihrer am meisten bedarf. Diese wenigen Andeutungen zeigen genugsam, wie wünschenswerthx selbst jeht noch ein umfassendes, historisth treu behandeltes Trachtenbuch des Mittelalters für Deutsch- land ist, und mögen hier zugleich statt einer weitern Recht- fertigung dieses Unternehmens dienen. Der Schwierigkeiten, welche der Ausführung eines Wer- kes, wie gegenwärtiges, entgegenstehen, so wie der Mittel, welche vorhanden, um diese Aufgabe genügend zu lösen, soll X hier weiter nicht gedacht werden, da erstere leicht begreiflich End, lehtere sich aber im Verlauf der Ausgabe des Werkes Von selbst als hinreichend erweisen werden. Dagegen ist der Standpunkt anzugeben, von welchem der Herausgeber seine