237 jeder Regierungsbezirk eine Kreisgemeinde, und in jedem derselben be- steht als Vertreter dieser Korporation ein Landrat; er wird gebildet aus den Vertretern der Distriktsgemeinden des Regierungsbezirks, aus den Vertretern derjenigen Städte des Regierungsbezirks, welche der Kreisregierung unmittelbar untergeordnet sind, aus den Vertretern des Grundbesihes, aus Z Vertretern der wirklichen selbständigen Pfarrer, aus einem Vertreter der Universität, wenn sich im Kreise eine Universität befindet. Die Landräte werden auf die Dauer von 6 Jahren gewählt. Die Verhandlungen des Landrats sind öffentlich; er beschließt nach Stimmenmehrheit, wenn wenigstens Z,-s der Mitglieder anwesend sind. Der Landrat darf keine Jnstruktionen einholen oder annehmen, keine öffentlichen Bekanntmachungen erlassen oder Deputationen abordnen noch empfangen. Jedes Mitglied desselben ist verpflichtet, das Interesse der ganzen Kreisgemeinde und nicht bloß seines Wahldistriktes-zu vertreten. Alle zu dem Bezirke eines Bezirksamts gehörigen Gemeinden bilden die Distriktsgcmeinde, deren Volks-Vertretung der Verwaltungs- behörde gegenüber durch den Distriktsrat geschieht (Distriktsratsgesetz v. 28. Mai 1852). Der Distriktsrat besteht aus den Vertretern sämt- licher zu, dem Distrikte gehörigen Gemeinden, aus den Vertretern des größeren Grundbesit3es, aus den Höchstbesteuerten (Vs der Zahl der Gemeindevertreter), aus einem Vertreter des Staatsärars, wenn dieses steuerbare Besix-,ungen im Distrikte hat. Die Ortsgemeindeu sind entweder Stadt- oder Landgemeinden (mittelbare und unmittelbare Gemeinden). In den Ortsgemeinden mit städtischer Verfassung werden die Gemeindeangelegenheiten vertreten und besorgt durch die Gemeindebevollmächtigten (Stadtrat) und durch den Magistrat (das Bürgermeisteramt); in den ländlichen Gemeinden besteht ein Gemeindeausschuß (Gemeinderat), der aus dem Bürgermeister (mit seinen Adjunkten) und den Gemeinderäten (Beigeordneten) besteht. 2. Die Bestimmungen der Verfassung auf alle einzelnen Fälle anzuwenden und den Staat aus Grund dieser Anwendungsbestimmungen einheitlich zu leiten, ist Aufgabe der Verwaltung, die sonach mit der Verfassung durchaus zusammenstimmen muß. Die Grundlage der Ver- waltung bilden die Gesetze, welche in Verfassungsstaaten durch das Staats-oberhaupt im Einvernehmen oder unter verfassungsgemäßer Mitwirkung der Volksvertretung erlassen werden und aus welchen wiederum die Verordnungen, Erlasse, Dekrete, Entschließungen, Ver- fügungen der Aussikhtsbehörden erfließen. Zu den Ausgaben der Verwaltung gehört, abgesehen von der Gesetzgebung, die Führung der auswärtigen Angelegenheiten, die Ver- waltung des Heerwesens, die Finanzwirtschaft, die JUskkzPflege- die Förderung des Kirchen- und Schulwesens und die Vertretung einer