170 Als Turgot einen Ersa1zmann vorschlug, kam es zum offenen Bruch. Der König hörte ihn ungeduldig an und fragte nach dem Vortrag, ob das alles wäre, was er ihm zu sagen hätte. Als Turgot bejahte, drehte der König ihm brüsk den Rücken: ,,Desto bessern. Turgot nahm seine Entlassung. Aus seinen legten Briefen an den König seien nur zwei Stellen wiedergegeben: Majeftät haben mir gesagt, Sie bedürften noäJ der Überlegung und ermangelten der Erfahrung. Es fehlt Ihnen an Erfahrung, Sire. Ich weiß, mit 22 Jahren und in Jhrer Stellung hat man nicht, was die Gewohns heit, mit seinesgleichen zu leben, den Privaten an Menscheng kenntuis gibt. Aber werden Sie mehr Erfahrungen haben in acht Tagen, in einem MonatP Persönliche Eis fahrungen haben Sie nicht; aber haben Sie nicht die noch so frische Erfahrung Jhres Großvaters, um die vors handenen Gefahren Ihrer Stellung zu fühlenP Für Ihre Regierung gibt es nichts Nötigeres als Charakters stärke. Vergessen Sie nicht, Sire, daß die Schwäche es. war, die Karls 1. Haupt aufs Schaffot gebracht hat.U ,,Es ist mein ehrlicher Wunsch, daß Eure Majeftät immer sollten glauben können, daß ich falsch ges sehen und Jhnen nur chimärifche Gefahren geschildert habe. Möge die Zeit meine Auffassung nicht rechtfertigenlI Die Entlassung Turgots wurde am Hofe mit großer Befriedigung begrüßt. Der alte, glatte Höfling Maurepas beschwichtigte die Zweifel des Königs mit dem Worte: ,,Sire, Turgot war ein Narr, umgeben von NarrenH. Maria Aus toinette aber schrieb an ihre Mutter Maria Theresia nach Wien, wohl in dem Gefühl, etwas getan zu haben, was sie nicht verantworten konnte, das unaufrichtige Wort: ,,Jch bekenne, daß ich nicht traurig über die Entlassung Turgots bin; aber hineingewischt habe ich mich nichtt.