schen Kelch, auf den Prof. Boehlau ein Auge hat, mir nichtzeigen lassen wollte. Es giebt Dinge, die them-er werden, wenn ein an- ständig geileideter Fremder weiter nichts thut als sie besehen. Der Zug ging halb zwei, und es war zehn. Da ich von der Bahn die nächste Station auf der Fahrt nach Kasse! sehr lieb- lich gefunden, erkundigte ich mich nach dein Weg, und auf die Auskunft hin ging ich zu Fuß. Es war ein herrliches F:-ühlingswetter über weiten grünen und braunen Feldern, die, in wundersamen Windungen den .Hügellehnen angepaßt, einen bunten Flickenteppieh über die Land- schaft breiteten. Wälder nur in weiter duftiger Ferne. In den Thalern Wafsergral)en mit intensio grüner Fi1llung: das war die Brunnenkresse, die an jedem Sonnentage im Winter Freuden- schüsse thut. Die ersten Lerchen jubilirtcn, weiße Wolken zogen eine dunkle Schleppe über die Felder hinter sich her. Der Weg ging über Berg und Thal. Über einer russisrh grünen Kappe ein höchst fattes Grün hatte sie sah ich vor mir plötzlich die Silhouette eines breiten hochsirebenden Bergkegels von sehr schönen Linien und oben drauf die zerrisscne Silhouette einer dunkeln Ruine. Und gegen die graugelbe kahle Bergkuppe einen .Hahnenkamm zierlieher Thürme und Da(-hfirsie. Das war die Stadt G:-ebenüein, die ich hatte liegen sehen Von der Bahn aus. Ich freute mich, vom Berge aus hineinsehen zu können in das Gewirr der GasTen. Aber als ich die grüne sanfte Kappe vor mir erstiegen hatte, sah ich den Weg vor mir in ein tiefes Thal steil hinabfallen. Und jenseit erhob sich eine sanfte .Hügellchne mit Feldern in den zwei Farben und schob sich bis gegen die Dachf1"rsien. Der Weg unten umging dies Hinderniß. Mit dem gehofften Hinein- sehen von oben war es nun nichts. Bei der Wegebiegung unten lag nun die Stadt vor mir hoch und dunkel gegen den hellen .Ij)imrnel, aber nicht hart, denn der silberne Frühlingsduft lag über Thürmen, Giebeln, Dächern und Mauern. Das Alles isk seit dem Tag, an dem die Mauer Vollendet worden, ganz unverändert geblieben, denn die kleine Ackerbürger- J!-I