Die Moostiere (Bryozoa) bilden eine formenreiche Klasse im Stamm der echten Wurmtiere (Verma1ia); sie leben größtenteils im Meere, wo ihre Stöcke in Form von Krusten, Blättern, Büschen u. s. w. Steine und andere Gegenstände überziehen. Jedoch die Ordnung der Armwirbler (L0phopoda), welche auf dieser Tafel dargestellt sind, kommt nur im S1"ißwasser vor; sie ijberziehen hier mit ihren kriechenden Stöcken Wasserpflanzen und Baumwurzeln und finden sich Ost Un der UUt8VfIäc)8 der VkättCV VOU WUff8VkkUssU- SEeWfen u. s. w. Jn der Jugend ist jedes Moostierchen eine- einfache wurmartige Person (Fig. 6), nahe verwandt einem Rädertierchen (R0tatoria); durch den zierlichen Tentakelkranz, welcher den Mund umgibt, gewinnen sie Ähnlichkeit mit den hydroiden Polypen (Tafel 6 u. 25) und werden daher auch oft als ,,Moospolypen" bezeichnet; sie unterscheiden sich aber von diesen sehr bedeutend durch die entwickeltere innere Organisation (Beß1z von Leibeshöhle, After, Gehirnknoten u. s. Die Ver- mehrung der Moosticre geschieht teils auf geschlechtlichem Wege (durch befruchtete E-ier), teils unge- fEk)lethtlich, durch Knospung. Die meisten Bryozoen bilden dann durch oft wiederholte KU0sPUUg gWßE Stöcke oder Kormen, die aus sehr zahlreichen kleinen Personen zusammengesetzt und durch mannigfaltige Form der harten ausgeschiedenen Gehäuse ausgezeichnet sind. Die Armwirbler des süßen Wassers sind durch einen hufeisenförmigen Träger der Tentakelkrone sowie durch die Produktion von inneren Dauer- keimen (Statob1asta, Fig. 1 und 2) gekennzeichnet. Diese ,,Winterknospen" überwintern, und im Früh- jahr schlüpft daraus ein Keim hervor, der sich sofort zu einer jungen Person entwickelt (Fig. 6)- Diese treibt dann seitlicl)e Knospen (Fig. 3). Die runden Dauerkeime umgeben sich mit einer festen, linsen- förmigen Hülle; der Rand dieser braunen Linse ist oft von einem zierlichen Schwimmring umgeben, dessen zahlreiche kleine Kämmerchen mit Lust gefüllt sind (Fig. 1 und 2). Dadurch werden die Statoblasten an der Oberfläche des Wassers schwimmend erhalten und fortgetrieben. Fig. 1-5. (Jristate11a- 1I111(3e(I0 (Cno-des-). Ende feine Widerhäkcl)en tragen (zur Befestigung Fig. 1. Ein unreifer Dauerkeim (Stato- M W(IfsEI"PfkCMzeN)- blast), ein vielzelliger linsenförmiger Körper, der Fig-3- EkNjUNges StöCkc)EU(C0TmjdiUM)- von einer bewimperten Hülle umschlossen ist. welches frei umherschwimmt und aus drei Personen Fig. 2. Ein reifer Dauerkeim (Statoblast). oder Einzeltieren zusammengesetzt ist (dazwischen An- Der innere (braune) oielzelligc Körper ist von einer lagen Von zwei weiteren P8VsOUEN)- Die IUikUM harten, linsenförmigen Chitinhülle umschlossen. Den Person ist das älteste Individuum- UUsgEfc)k1"lPft Rand der bikonvexen Linse umgibt ein zierlicher aus dem kiUsMförmkgM D(IUSVk8kM (Fkg- 2); sie Schwimmring, zusammengesetzt aus kleinen, luft- hat rechts und links eine Seitenknospe getrieben. gefüllten Kämmerehen. Außerdem gehen vom Rande Fig. 4. Ein vollständiger blattförmiger Stock der Linse viele stral)lenförmige Stacheln ab, die am (Gorm11s), sich frei im Wasser bewegend, schwach Lk.