""R Vorwort. umfangreichen Litteratur die schönsten und ästhetisch wertvollsten Formen auszulesen und zusammenzustellen. Wenn die ersten Hefte beifällig ausgenommen werden, so sollen später auch die selteneren und weniger bekannten Schönheiten aus dem Gebiete der höheren Tier- und Pslanzenwelt eine entsprechende Darstellung finden. Zunächst werden von den ,,Kunstformen der Natur" 50 Tafeln erscheinen (sünf zwanglose Heste zu je zehn Taseln), jede Tafel von einem erläuternden Textblatt begleitet. Jm Falle einer günstigen Aufnahme ist eine größere Zahl von Heften in Aussicht genommen; ich hoffe dann, nach Vollendung von zehn Heften (100 Taseln), eine allgemeine Einleitung zu dem Werke geben zu können, welche die systematische Ordnung sämtlicher Formengruppen enthält, ferner eine ästhetische Erörterung ihrer künstleristheN Ge- staltung sowie Angaben über die wichtigsten Quellen der betreffenden Litteratur.- Die moderne bildende Kunst und das moderne, mächtig emporgeblühte Kunstgewerbe werden in diesen wahren ,,Kunstsormen der Natur-- eine reiche Fülle neuer und schöner Motive finden. Bei ihrer Zusammenstellung habe ich mich auf die naturgetreue Wiedergabe der wirklich vorhandenen Natur- erzeugnisse beschränkt, dagegen von einer stilistischen Modellierung und dekorativen Verwertung abgesehen; diese überlasse ich den bildenden Künstlern selbst. Für die künstlerische Ausführung der Figuren und ihre naturwahre Lithographie bin ich meinem treuen, bewährten Mitarbeiter, Herrn Adolf Giltsch in Jena, zu aufrichtigem Danke verpflichtet. Seinem lebhaften Jnteresse für die gestellte Aufgabe, seinem morphologischen Verständnis und künftlEVifCh2U Talente ist es zu verdanken, daß ich den schon vor langer Zeit entworsenen Plan dieses Werkes eUdITCh IN der gewünschten Form ausführen konnte. Lebhaften Dank schulde ich außerdem für materielle und intellektuelle Förderung meines Unter- nehmens Herrn Dr. Paul von Ritter in Basel, dem begeisterten Freunde und opserwilligen Gönner der Naturwissenschaft. Als er im Jahre 1886 die ,,Paul von Ritter"sche Stiftung für phylogenetische Zoologie" an der Universität Jena gründete, sprach er den Wunsch aus, daß deren Mittel nicht nur zur Förderung akademischer Studien und Forschungsreisen verwendet würden, sondern auch zur Erweckung des Jnteresses an den Wunderwerken und Schönheiten der Natur in weiteren Volkskreisen. Die Quellen ästhetischen Genusses und veredelnder Erkenntnis, die überall in der Natur verborgen sind, sollen mehr und mehr erschlossen und Gemeingut weitester Vildungskreise werden. Diesen Anschauungen kam auch das Bibliographische Jnstitut in Leipzig entgegen, das die kostspielige Ausführung und die Veröffentlichung der Tafeln bereitwillig übernahm; auch ihm statte ich für seine Opfer Und Mühen meinen besten Dank ab. Möge unsere gemeinsame Absicht erreicht werden, durch die Bekanntschaft mit den ,,Kunstformen der Natur-- gleichzeitig das künstlerische und das wissen- schaftliche Jnteresse an der herrlichen uns nmgebenden Gestaltenwelt zu fördern! Jena, am 16. Februar 1899. Ernst -,5?)aecKe1J.