GESCHICHTE DER BURG KRELIZEN STEIN. QVAQQWW _ lE Burg Kreuzensteinl) erhebt sich auf dem Höhenzuge, den das Leißergebirge in süd- MQ] i?) '35 westlicher Richtung in die Donauebene zwischen Korneuburg und Stockerau verschiebt. o ll kg, {I5 Den letzten Husläufer dieses Gebirges bildet, gegen die Donauauen ziemlich steil ab- 4 ßi m'a fallend, der Sdvliefberg. Huf seiner bewaldeten Höhe birgt sich von dunklen Föhren i) C924? umrauscht, die einstige Richtstätte des Kreuzensteiner Landgerichtes. Einige hundert Schritte nordostwärts überragt den 248 m hohen Schliefberg um ein bedeutendes ein fast oval abgeplatteter Bergrücken, auf dessen mächtigem Sandsteingefüge, auf derselben Stelle, wo, schon in dunkler Vorzeit wie dies viele prähistorische Funde bezeugen ein gewaltiger Ringwall dem Hnsturm feindlidwer Scharen wehrte. Von Süden, Osten und Norden gelangt man auf bequemen, gut gepflegten Straßen zu dieser anmutigen Höhe, die weithin über den mächtigen Donaustrom eine umfassende Hussicht bildet. Man überblickt die Donaugelände vom Bisamberg bis zum Jauerling, die Stockerauer und die Tullner Ebene; Klosterneuburg, Greifenstein, Göttweih bilden die Ruhepunkte der Landschaft. Im Nordosten umsäumen die Karpathen den Horizont bis zum Thebener Kogel, im Osten breitet sich das Marchfeld aus, im Südost übersieht man die Stadt Wien mit dem Leithagebirge im Hintergründe und gegen Südwest erblickt man die Lilienfelder Hlpe, von hier nördlich den Ötscher. Die ältesten uns bekannten Namensformen der Burg in der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts lauten: Grizanestein, Crizinstein, Kricenestene, anfangs des X111. Jahrhunderts noch Grizanstein. Nach den Untersuchungen des bekannten Sprachforschers Dr. Th. v. Grienberger bedeutet Grizanestein soviel als ßder kreisrunde Stein". Dies somit der ursprüngliche Name des Berges, der später auf die Burg übergingz). Die Feste ist, wenn auch die Geschichte sie selten nennt, dodo in engster Weise vielfach mit den Schicksalen des Landes verbunden. Während der Regierung der ersten babenbergisdien Markgrafen war in der Ostmark die Koloni- sation, die durch die wirren Verhältnisse unter den letzten Karolingern und durch die Llngarnnot l) Literatur: Fronner, Die Ruine Kreuzenstein (Ber. u. Mitteii. des Hitertuml-Ver. in Wien, Bd. I0). Frled. und Ferd. v. H eilwai d, Kreuzenstein, (B11. des Ver. f. Landesk. v. 1565). Schwelckhardt, Darstellung des Erzberzogtuml Österreich, V. U. M. B. Kirrhlidve Topographie von Niederösterreich, Bd. iX. Schmidi, Umgebungen von Wien. Hbbiidung der Ruine bei Viecher, Topograpbia nrrbiducnm: Hustr. -C. Sitte, Kunlt und Kunsthandwerk, Heft 1-5, i. Jabrg. 3) Unerwiesene Namendeutrmgen conf.: Scbweidrhardt, Scbmidi.