Die Aaci)encr Bilder. 153 der Geschichte der deutschen Kunst eine der ersten Stellen zu sichern, ja man kann sie unzweifelhaft das JBedeutendste nen- nen, was unsere Malerei im Bereich der vaterländischen Hi- storie in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts geleistet. Sämnitlichen Bildern gleich ist die wahrhaft monu- tnentale Würde nnd Hoheit der Betrachtung, die Stärke der Charakteristik nnd die daraus fließende 11eberzengungskrast; endlich jenes eigenthümlich schlichte und doch zugleich so wuch- tige Wesen, was, dem deutschen Charakter vorzugsweise ent- sprechend, seine Werke in so hohem Grade national macht. All das ist um so höher anzuschlagen, als wir von Carl d. und seiner Zeit so aussallend n"enig bestimmtes wissen, weder Costüme, noch Waffen, noch sonstige Zeugen der da- maligen Lebensart genau kennen. Rethel "mnßte fast Alles ans den geringen Hiilfsquellen schöpfen, die ihm Münzen, Miniatu1-en nnd Grabmäler, sowie die Beschreibnngen der gleichzeitiger! Schriftsteller boten. Nichtsdestoweniger hat er mit diesen dürftigen Mittel es verstanden, jene so fern- liegende glanzvolle Zeit in einer Weise lebendig und glaub- würdig vor uns wieder erstehen zu lassen, der die Malerei keiner modernen Schule etwas C-benbiirtiges an die Seite zu stellen hat. Cornelius, dein Rethel seiner ganzen Art nach unter den Neueren am nächsten steht und den er auch außerordent- lich hoch hielt, gibt uns wohl Mythen, aber keine reale Ge- schichte, er führt nus überall ins freie Reich der Phantasie, während Reihe-l nicht einmal, was hier doch nahe gelegen hätte, eine transcendentale Welt, allegorische Figuren u. dgl. einmiscl)t, sondern sich ganz, wie Raphael in seiner Apostel- geschiehte, an's historisch Gegebene hält. Aber im höchsten