ARCHIV FÜR BUCI-IGEWERBE ich nicht trelfender als den dänischen Vogeler zu streben, eine dekorative Malerei, die dem Raum ein- charakterisieren vermag. Mit Vogeler gemein hat geboren scheint, was als Synthese sich aus dem Im- er eine Delikatesse der Niederschrift und eine Lyrik pressionismus ergeben muß, die neue Fertigkeit, die der Naturbetrachtung, die sich bei ihm nur kerniger, lebendig und bedeutend zugleich in die Sinne dringt, männlich frisch und unsentimental äußert. Die aus- all das flackert wie verheißungsvolles Nordlicht durch gestellten Vorsatzpapiere und Kärtchen es sind diese Malereien. Daneben bedeuten die buchgewerb- anspruchslose Blumenstücke zeugen von einem liehen Arbeiten, die so zwischendurch entstanden sehr beherrschten Raumempfinden. sind, recht wenig. In einem Engel oder einem Posau- Außerdem angejahrten Lorenz Frölich, der seinem nenbläser etwa, die er für eine liturgische Druck- Wesen nicht seinem Können nach einer durch sache gezeichnet hat, spürt man Wohl die starke die Photographie bereits überflüssig gemachten lllu- Faust des Künstlers; allein sie bleibt in solcher stratorenschule gehört, wären noch zwei tüchtige Arabeske stecken und das Ganze, als buchgewerb- Buchbinder: jakob Baden und Axel Hou, der die liche Leistung betrachtet, erscheint doch ungeordnet, Japaner mit Verständnis studiert hat, und die beiden ungelöst. Skovgaards zu nennen. Niels, der jüngere, pflegt mit Alles in allem, dem dänischen Buchgewerbe ließe einem liebenswürdigenTalentmit Vorliebe die Radie- sich für uns nur die Anregung entnehmen, unsre rung. Joachim ist der Schöpfer der monumentalen Kräfte nicht ausschließlich auf das Typographische Fresken der Viborger Domkirche. Was wir an Hodler festzulegen, sondern die abgebrochene Entwickelung, schätzen,die straffe und entschiedene Linienführung, die ihr Ziel sah in der Entfesselung reicher, künst- die das einzelne betont und doch unerbittlich der lerisch lebendiger Phantasiewerte, wenigstens zu klaren Komposition unterwirft, was die Jungen er- dulden, wenn nicht gar zu pflegen. Uber hebräische Typen und Schriftarten Von RAFAEL FRANK, Leipzig f"? N weit größerem Maße als zur Zeit der Huma- büchern, Unterhaltungs- und Zeitschriften und Tages- 5 inisten betreibt unsre heutige Gelehrtenwelt zeitungen-handelt,sondernesistdabeieinerbereits EI ä dasStudiumdesHebräischen und Aramäischen, merkbar in die Erscheinung getretenen Bewegung immi zweier engverwandter semitischerldiome, die Rechnung zu tragen, die ihre Forderungen an die sich dazu noch eines gemeinschaftlichen Alphabets schwarze Kunst wohl zu stellen wissen wird: Damit bedienen. Auch sind es nicht bloß die christlichen meine ich die zionistische Bewegung, die sich zur Theologen, die aus dem Schrifttume der Juden Auf- Befruchtung und Verbreitung der natißnailüdßßhen schluß und Verständnis über die Person und die Zeit Idee des Mittels der hebräischen Sprache und Schrift des galiläischen Rabbi suchen und finden, sondern bedienen will. die neuzeitlichen Funde im Orient, die aus ihren Grä- Ich werde am Ende meiner Ausführungen auf die bern auferstehenden Zeu- Gesichtspunkte zurück- gen einer hochentwickel- a kommen,die füreineNeu- ten Kulturwelt, haben den 577717178 "P73 i'l'Ti 167 VHS 7 max gestaltungderhebräischen Sprach- und Geschichts- E157 FITTI WWHHD KX7N P1111717 Tlbi Type maßgebend sein forscher einsehen lassen dürften und hoffe, zeigen daß das richtige Erkenned (7x an imglw n nwN-l nmn Kamm zu können, daß es heutzu- undBewerten jener Funde m3 Diwu nqwumaa "m9 nym mm tage für den Buchgewerb- von der ausreichenden ler von Belang ist, die Kenntnis der Fundamen- Abbildung 1. Type Reggio (gedruckt Reggio 1475) Entwicklung der heim-ä} talidiome abhängt, die schenType,sowiedieZiel- einstmals unter jenem Himmelsstriche beheimatet punkte dieser Entwicklung kennen zu lernen. waren und deren eines, verhältnismäßig noch recht Es ist weder meine Aufgabe, noch meine Absicht, lebendig, in dem Hebräisch unsrer Tage erhalten ist. von der Erfindung der Buchdruckerkunst und dem An- Bedingt schon dieses neuerwachte Interesse für teil der Juden an dieser Erfindung und besonders die hebräische Sprache eine intensivere Arbeit auf ihrer Verbreitung, zu sprechen; ich will nur beiläufig dem Gebiete der Typenherstellung, so kommt hinzu, erwähnen, daß es Geschichtshypothetiker gegeben daß es sich bei Brauchbarmachung der hebräischen hat, die diese Erfindung in ihrem ersten Keime Type nichtbloß um ihre Verwendungfür Bibeldrucke, in die Zeit des zweiten Tempels zurückverlegen althebräische Literatur, Grammatiken, Gebetbücher wollten. Im Talmlld Wird Ilämlißh verschiedenen im östlichen Europa zum Druck von Erbauungs- Priesterfamilien, die irgendeine Zurichtung für den