Ei:-Mille Corot. 43 Abb. 33. Wäscherinnen. Sammlung Warnier im Museum zu Rei1-us. (Zu Seite 43.) grunde in einem dunkelblauen Kleid, den Spinnrocken in der Hand, die ergreifende Ge- stalt einer müden, alten Frau (Abb. 29-38). Oftmals wird die Wahl der Stasfage natürlich durch die Komposition bedingt. Lanoe und Briee haben in ihrem Buch über die französische Landschaftsmalerei darauf aufmerksam gemacht, wie notwendig auch die kleinsten Figuren in seinen Werken oft sind: ,,Viele seiner Landschaften würden nicht für sich allein bestehen können; so klein die Figuren find, nehmen sie im Werke einen enormen Platz. ein. Man sehe den Nymphentanz: Die Landschaft ist recht ansehnlich und die Figurengruppe recht klein; man unterdrücke die Gruppe: nichts ist mehr da. Ja noch mehr: man nehme gewisse Gemälde, wo eine einzige Figur in einer Ecke siHt, und versuche sie durch einen Felsblock oder einen Busch zu ersetzen: die Wirkung ist nicht mehr die gleiche und die Landschaft verfehlt." Aber nicht nur bei der linearen, sondern auch bei der farbigen Komposition spielen die Figuren eine wichtige Rolle. Er braucht mitten im Waldes-grün einen leuchtenden weißen Fleck das weiße Fell eines kletternden Ziegenböckchens oder eines Schimmels gibt ihn; er braucht einen lebhaften Ton und die blaue Schürze oder das rote Kopftuch einer Reisigsammlerin müssen herhalten. Jmmer und immer wieder müssen wir dann bewundern, wie sicher dieses Rot oder Blau zu dem Grün gestimmt ist. Aus den ,,Wäscherinnen" (Abb. 33) im Museum von Reims bringen die Kopftücher und Röcke der Frauen lustige blaue und gelbe Flecke in die silbrige Landschaft, deren zarte Bäumchen und schimmernde Häuschen sich so entzückend von dem leicht bewölkten Früh- lingshim1nel abheben. Auf dem schon erwähnten ,,Frühling" (Abb. 17) sind sogar eine weiße und eine gelbliche Haube, ein roter und ein brauner Rock und eine graue Blase mit dem Grün zusammengestimmt.