Abb. 26. Grab1egui Originalphotvgraphie von D. Florenz, Pius. werfen in Rom unten bringt, in der zarten Lichtverteilung und in der schlichten Klarheit der lands fchaftlichen Fernsicht, wo nichts mehr von dem unruhigen Spiel von Lichts und Schattens flecken der Kreuzigung sich findet, offenbart sich zum ersten Male ganz der Perugino, wie wir ihn aus seinen besten Werken kennen. Es ist der Meister der Ruhe, des hari monischen Ausgleiches, des weichen melodischen Zusammenklanges, der hier zu uns spricht. Das ist schon Perugino, der Lehrer Raffaels. Damals, als er endlich seine Tonstimmung gefunden, war er schon 45 Jahre alt. Entweder muß der Künstler sich sehr mühsam und allmählich entwickelt haben, also keine starke Natur gewesen sein, oder er muß die Malerei etwas vernachlässigt haben, denn erst mit diesem Bilde schließt die Jugends entwicklung zur Reife ab. Nur ein einziges Werk, eine Kreuzigung in S. Maria della Calza in Florenz CAbb. l1J, können wir noch anführen als in diese gleiche Zeit gehörend, d. h. eher nach als vor dem Albanibild entstanden. Im Vergleich zu der zarten, feinen Kreuzigung oder mit den spiHen Lichtern zeigten die Typen schon die Abglättung und Verhärtung, die eigentlich das Charakteristikum der zweiten Epoche der Reife Peruginos ist. Ein herber, großer