12 Giovanni Battista Tiepolo. Politik ist Venedig einst in die Höhe glänzenden Giovanni Battista Tiepolo gekommen. Forschen wir nach den Ur- verkörpert wird, können wir in dem höfisch- fachen aller großen Staats-katastrophen, so despotischen Charakter seiner barocken Kunst- scheint es fast, als müßten die Völker immer weise nur begreifen und unvoreingenommen an dem sterben, das ihnen Leben und Kraft genießen, wenn uns ihre nationale erb- lieh; denn an dem Orientalismus in seinen liche Belastung, die erdriicke11de Tradition, moralischen Folgerungen ist die Lagnnen- das Zusammenwirken aller zeitlichen Zu- republik auch zu Grunde gegangen. Aus stände bekannt ist. Ohne diese Kenntnis diesem Milieu der legten hundert Jahre wird man kaum eine objektive Stellung zu Abb.8. Studienkopf. (Nakh einer Originalphotographie von K. Gundermann in Würzburg) Venedigs aber erklären sich alle zum Zu- ihm gewinnen können, wie es zur- Not sa1nmenbruch Schritt für Schritt fiihrenden wohl einem der Großen der Geschichte Ereignisse; aus ihm allein sind die legten gegenüber möglich ist. Helden der Politik, der Wissenschaft, der - - Kunst verständlich, welche es als die legten V Funken seiner Lebenskraft auf dem Todes- Die dokumentarischen Quellen über Tie- gange begleiteten. Die ersten VersalIkeime polos Leben fließen so wenig reichlich wie liegen weit zurück; wir erkennen sie im Be- diejenigen, welche die meisten Künstler vor reich der Kunst schon bei dem raffinierten ihm bis zur Renaissance zurück angehen. SinnenmenschenTizian; die letzte bestechende Die heutige Betrachtungs-weise der Kunst Frucht dieser Kulturepoche, welche in dem ist ja eine andere als die der Vergangen-