1Huberk und Jan V An E1Jrk. r immer die Namen der Pfadfinder nnd Bahnbrecher in der bildenden Kunst auszahlt, nennt auch die Brüder van Eyck. Mit Brnnelleschi, dem Er: bauer der Domkuppel von Florenz, Dona: tello, dem Bildner des heiligen Georg an Orsanmichele, und Masaceio, dem Maler der Brancaccikapelle, stehen in erster Reihe die Schöpfer des Genter Altarwerks, um deren Häupter die Legende von der Er: sindung der Olmalerei noch einen beson: deren Glorienschein wob. Sie gelten als feste Größen der Knustgeschichte. Freilich hat diese mit wachsendem Scharfblick und tiefer eindringender Quellenkritik so manches von dem stolzen Bau abgetragen, den ur: teilslose Begeisterung und nationale Eitel: keit im Laufe von fünf Jahrhunderten als Werk Ehckischer Kunst errichtet; das Funda: ment aber ihres Ruhmes, der Johannesaltar der Bavokirche zu Gent, ist davon un: berührt geblieben. Er bildet auch heute noch die wichtigste Urkunde, ans der die Nachwelt von den Großthaten des 1nalen: den Briiderpaares erfährt. Etwa zehn in: schriftlich beglanbigte Bilder des jüngeren Jan nnd wenige Dokumente vervollstän: digen, was wir an sicheren Thatsachen aus dem Leben und SOaffen der beiden wissen. VDer Name van Eyck bezeichnet den Geburtsort der Meister: Maesehck so wird es heute genannt ist die Haupt: stadt eines Arrondissemeuts in der belgi: schen Provinz Li1nburg, nahe der nord: östlichen Grenze des Königreichs gegen Holland an den malerischen Ufern der Maus gelegen. Im XlV. Jahrhundert ge: hörte es zum Bistunt Liittich, dessen Haupt: stadt besonders zu Zeiten des Fiirstbischofs Johann von Bayern eines Grofzsohns Kaiser Ludwigs des Bayern, zahlreiche Kunstkräste des Landes anlockte. Auch das weiter stromanswärts gelegene Maestricht genoß bereits seit langem des Rufes, knnstreiche Meister in seinen Mauern zu bergen; so weiß Wolfra1n von Eschen: bach im Parzival die edle Haltung seines zu Roß siHenden Helden nicht höher zu rühmen als mit den Versen: ,,V0n Kölne noch von Miistric.l1t Kein sel1ilti1ere eni:wiirfo in bi1.z.7I CKein Maler von Köln oder Maestricht hätte ihn schöner darstellen können.J Paul von Limburg nennt sich des kunstsinnigen Herzogs Jean de Berry Hosmaler, von dem die Pariser Nationalbibliothek eine mit zierlichen Randleisten und figiirlichen Darstellungen geschmückte Prachthandschrift der ,,Jiidischen Altertii1nertt des Flavius Josephus besiHt; auch er stammt aus der Heimat der Eycks; er stand von 1400 bis 1416 im Dienst des französischen Herzogs, gehört also einer wenig älteren Künstler: generation an. Die Niederlande sind alter Kultur: boden, den gläuzendsteu Aufschwung aber nahmen Kunst nnd Handel erst unter der Herrschaft der burgnndischen Herzöge aus dem Hause Valois. Philipp der Kiihne, ein Sohn Johann des Guten von Franks reich, erwarb durcJ Vermiihlung mit der Gräfiu Margarete von Flandern im Jahre 1369 die reichgesegueten Niederungen seinem angestammten Besitz zwischen Saone und Seine hinzu, und bald verschob sich der Schwerpunkt des so vergrößerten Reichs nach dem Norden. Hier, in Ostslandern, erhoben