PiI0fY5, Die Schule auch Unterricht in der höheren Kunst bei einem Maler in dem benachbarten Stans. Jm Jahre 1860 ging er nach München, wo er anfangs als Stubenmaler, dann als Lithograph thätig war und endlich seit 1864 sieh im Zeichnen auf der Kunstakademie ausbilden konnte. 1869 nahm ihn Piloty in fein Atelier auf, in welchem er bis 1872 arbeitete. Anfangs als Jllustrator nnd auf dem Gebiete des Miirchenbildes thiitig, verlegte auch er bald sein Studien: feld nach dem Ehiemsee. Während Raupp feine Motive vorzugsweise im Fan1ilienleben der Bevölkerung suchte, er: weiterte Wopfner den Gesichtskreis und entfaltete eine größere Mannigfaltigkeit. Fast immer führt er uns Fischer und Bauern bei ihrer Thätigkeit vor CFähre auf dem Chiemsee, Fischer auf dem See beim Sonnenuntergang, Überfahrt über den See beim Abendläuten, Lachsfang am ChiemfeeI und nicht selten steigert er diese Thätigkeit bis zu einem Kampfe auf Tod und Leben. den Fischer und LandIeute mit dem wütenden Elemente zu bestehen haben, wie bei dem ,,Heuschiff im SturmU, auf welchem die Gruppen der geängstigten Frauen und Kinder mit ergreifender Wahr: heit geschildert sind, und auf dem durch das Unwetter ,,Ver: eitelten FifchzugeU, oder er erhebt die Darstellung zu un: heimlicher Spannung, wie auf der ,,Verfolgung der Wil: dererE, welche trotz; des herannahenden Gewittersturmes mit unerfchrockener Energie ins Werk gesetzt wird. Diesen Vauernmalern reiht sich der Hnmorist Hugo Kauffn1ann an, welcher zwar nicht aus der Piloty: schule hervorgegangen ist, aber i1n Kolorit doch manche Eigentümlichkeiten derselben angenommen hat und während des Sommers auch in der Nähe des Chiemfees seine Studien ntac;t. 1844 zu Hamburg geboren, begann er seine künstlerische Laufbahn am Städelschen Jnstitut in Frankfurt a. M., wo der Genremaler Jakob Becker sein Lehrer wurde und ihn durch sein Beispiel auf die Schilderung des Bauernlebens hinfiihrte. Von Frank: furt ging Kausf1nann nach Diiffeldorf, wo er jedoch nur kurze Zeit blieb, und ließ sich dann auf längere Zeit in Cronberg, der beliebten Malerkolonie im Taunus, nieder. Nachdem er noO anderthalb Jahre in Paris zugebracht, nahm er 1871 seinen Wohnsitz in München, wo sich fein Talent draftisch:humoristischer Schilderung des Volkslebens im Anschluß an die alten Niederländer, besonders an Brouwer und A. van Ostade schnell entfaltete. LeHterer war in der Cronberger Malerkolonie sehr geschäHt, und nach Art dieses Meisters ist Kanffmanns Kolorit auf einen bräunlicheu Grundton gestimmt, welcher der Ausbildung des Helldunkels einen weiten Spielraum gewährt. Zum SchauplaHe seiner humoristischen Szenen wählt er gern das verräucherte Innere einer Dorsschenke oder den Vor: plat3 vor einer solchen, die er mit einer Fülle köftlicher, aus der bunten Mannigfaltigkeit des Lebens gegrisfener Typen bevölkert. ,,JägerlateinU, ,,Der Geiger in der Dorf: kneipeit, ,,Herrschastsdiener im Wirtshausts, ,,Eisersucht in der Scheukett, ,,Musikauten im Dorfwirtshausss, ,,Erregte GemiiterE CStreit beim KartenspielJ, ,,Beim Diaud7lll sind Bilder, auf welchen Kausfmann die reiche Quelle seines Hu1nors sprudeln ließ. Erst in neuerer Zeit hat er auch ernste Motive behandelt, z. B. auf dem Bilde ,,Abgestürzt,H wo ein Veruugliickter in die ärmliche Hütte zu sei11em aufs ijußerste erschreckten Weibe gebracht wird. Noch schärfer und geistreicher in der Charakteristik sind die Feder:, Tusch: und Beistiftzeichnungen, welche der fruchtbare Künstler bisweilen zu ganzen Cyklen und Bilder: reiheu vereinigt und durch Lichtdruek vervielfältigen läßt. ,,Unter: und oberirdische Reiuiguugsbeau1tels, ,,Bieder: mänuer und Konsorteuis, ,,Spießbiirger und VagAbU11dEI1C so hat er die verschiedenen San1mlnngen dieser Charakter: figuren getauft, zu denen auch unsere ,,Stiiheu der Gesell: schafft is. die Abbildung S. 33J, ein klassisches Trisolium konfiszierter Galgenmänuer, gehören. Die Krone dieser eyklischen Darstellungeu bildet die ,,Hochzeit im GebirgU, zu welcher Karl Stieler, der stets liedersrohe, leider zu früh dahingefchiedeue Sangesbruder aller Münchener Bauerumaler und Humoristen, köstliche Gedichte in ober: bayerischer Mundart geschrieben hat. Die einzelnen Szenen des Festes sind sehr lebendig ko1nponiert, und die großen Studienköpse zu den Teilnehmern an der Hochzeit be: weisen, daß Kausfmann nicht nur über eine selbst den sub: tilsten Anforderungen gewachseue, zeichnerische Technik, son: dern auch über einen tief eindringenden Blick verfügt, welcher die geheimsten Regungen der Seele ans den Run: zeln eines Greisenkopses wie aus den hellen Augen einer frischen Dirne herauszulesen versteht. Zu den Bauerumaleru der Pilotyfchule gehört auch Wilhelm Leibl aus Köln Cgeb. 1846J, welcher, wenn man sich die Schüler des Meisters in einer langen Reihe aus: gestellt denkt nnd Lenbach den einen äußersten Punkt dieser Linie einnehmen läßt, auf dem entgegengeses;;ten Punkte derselben steht. Jn dem Grade, als Lenbach das Schwer: gewicht feiner Kunst auf die malerische Darstellung legt, kouzentriert sich Leibl auf die zeichnerifche DurchsühVUUg aller Einzelheiten bei möglichst klarer, blanker FäVbUUgs Beide stehen einander so scharf gegenüber, wie H0lVeins Als er den Morrett und den Kaufmann Gyze malte, und Rein: brandt in seiner dunkelsten Periode. Dieser M01UI. del Pinsel, Radiernadel, Feder und Bleistift so gleichmäßig