Die Schule ähnlichen Jnhalts von Knaus und Vautier. Den ,,Ereilten FliichtlingenH folgte zunächst der ,,Abgewiesene FreierU, das ,,Alte MiitterchenH und das ,,Ländliche Fest in Würtem: bergU. Die ,,Weinprobe0, welche drei fchwäbische Bauern vor einem großen Stücksasse im Keller abhalten, bezeichnete einen großen Fortschritt in der physiognomischen Durch: bildung der Köpfe, und die ,,Grundlofe Eifersuchtss, der ,,Stiirmische Verlobungstag0, die ,,WahlbesprechungH, die ,,KartenlegerinH und die ,,VerleumdungH CDresdener Ga: lerieJ bewegen sich in derselben Richtung aufwärts bei einer sich stetig verfeinernden Behandlung des Helldnnkels. Auf letzterem Bilde is. die Abbild. auf S. 29J liest man aus den mit höchster Lebendigkeit charakterisierten Ge: sichtern die Exposition zu einer spannenden Dorfgeschiihte heraus. Einem Schaffen, das noch reiche Früchte verhieß, wurde Kurzbauer durch einen friihzeitigen Tod entrissen. Von den übrigen PilottJschüleru hat noch Adolf Eberle Cgeb. 1843J, ein Sohn des Schafmalers Robert Eberle seine Stoffe vorwiegend dem Bauernleben entnommen. Durch seine Studien auf der Akademie und im Atelier Pilotys entwickelte er seine Fähigkeiten so schnell, daß er schon mit achtzehn Jahren durch ein ernstes, tiefergreifendes Sittenbild, ,,Die Pfändung der leHten KuhE, einen großen Erfolg erzielte. Naihdem er eine zeitlang Genrebilder aus dem Kriegerleben, namentlich dem des dreißigjährigen Krieges, gemalt, kehrte er wieder zur Schilderung des oberbayrischen und tiroler Bauernlebens zurück, aus welchem er nur schlichte Motive herausgriff, die er jedoch mit feiner Empfindung und, wo es der Stoff mit sich brachte, auch mit gefälligem Humor be: handelte. In dem Streben nach anmutiger Gestalten: bildung begegnet er sich mit Defregger. Der ,,Hochzeits: tagt, ,,Nach der TaufeU, der ,,Unterricht auf der ZitherE, ,,Die alte Jnnsbruckerin und ihre EnkelinU ,,Der Braut: tanzt, ,,Das TischgebetU, ,,Der erste RehbockU, ,,Jm HundestallU und ,,Das verspätete Mittagessens sind seine Hauptbilder, aus welchen Jäger und Bauern der bayeri: schen und tiroler Berge in ihrer malerischen Tracht er: scheinen. Die unmittelbare Nähe des Gebirges hat schließ: lich jeden der neueren Münchener Maler einmal oder öfter veranlaßt, Genrebilder aus dem Leben des Berg: und Landvolkes zu malen oder doch Studienköpfe aus der fri: schen Natur herauszugreifen. Auch der erste, erfolgreichste und fruchtbarste Humorist der Pilotyschnle, Eduard GriitHner, hat die. populären Figuren seiner zahl2 reichen Genrebilder wohl mehr auf dem Lande, als unter den hanptstädtischen Modellen gefunden. Geboren 1846 in Groß:Carlowitz bei Neiße in Schlesien als der Sohn eines katholischen Bauern, war er von dem Vater für den geistlichen Stand bestimmt worden, obwohl er schon früh eine ungewöhnliche Begabung für das Zeichnen an den Tag gelegt hatte. Als die Zeit herannahte, wo er in das Priesterseminar eintreten sollte, erklärte er dem Vater seine,entschiedene Abneigung gegen den geistlichen Stand. Es wäre ihm jeht nichts anderes übrig geblieben, als sich der Landwirtschaft zu widmen, wenn nicht der aus Schlesien gebürtige Münchener Architekt Hirschberg bei einem Besuche seiner Heimat zufällig die ersten Kon1: positionen des jungen GrüZner zu Gesicht bekommen hätte. Er nahm sie mit nach München und legte sie Piloty vor, welcher das darin bekundete Talent der Aufmunterung und Pflege für würdig erachtete. Da Hirschberg dem jungen Schlesier die nötigen Mittel vorstreckte, ging dieser nach München, absolvierte die Akademie und trat 1866 in das Atelier Pilotys. Es dauerte noch einige Zeit, bis sich seine Eigenart entwickelte, von der weder in einem deko: rativen Deckenbilde für Hirschbergs Haus, die sieben freien Künste darstellend, noch in einem historischen Gemälde, das er in Pilotys Atelier ausführen mußte, etwas zu spüren war. Es gehörte nämlich zu dem Lehrplane Pilotys, daß jeder Schüler sein malerifches Können an irgend einem wo möglich tragischen Gegenstande aus der Weltgeschichte erproben mußte. Niemand kam, wie es im Atelier hieß, um einen solchen ,,Unglücksfallst herum, und wie Makart einen Lavoisier im Gefängnis, so malte Grützzner eine ,,Geißelung Heinrich II. am Grabe Thomas BecketsD, ob: wohl er sich über Kasteiungen und ähnliche Religions: übungen bereits eine völlig entgegengesetg,te Meinung ge: bildet hatte. Zugleich mit jenem historischen Gemälde arbeitete er an einer Szene aus dem Klosterleben, deren frischer Humor so überzeugend wirkte, daß Grük3ner nicht mehrs über das Feld seines Schaffens in Zweifel fein konnte. Er entdeckte ein neues Stoffgebiet, welches für ihn so ergiebig war, daß er demselben bis auf den heutigen Tag, also fast zwanzig Jahre hindurch, eine lange Reihe von Bildern entnommen hat, deren stofflicher Reiz, trotz: dem sich manche Figuren und Situationen wiederholen, immer noch seine drastische Wirkung übt. Neben den Szenen aus dem Klosterleben interessierten ihn zu Ende der sechsziger Jahre besonders Falstaff und feine Gesellen, deren drollige Abenteuer in der Kneipe und bei den Frauen er mehrfach darftellte und die er schließlich in einer Reihe von sieben, später durch die Photographie vervielfältigten Kartons unter dem Titel ,,Sir John Falstaff zusammenfaßte. Die Bilder aus dem Stillleben der Mönche, deren