Landsii2aft. Genremaler los bei Seite geschoben wurden. Er bildete sich anfangs auf eigene Hand durch Studienreisen, schloß sich dann an Morgenstern und Rottmann an und malte Partien aus den bayerischen Alpen. Erst ein tieferes Eindringen in die niederländischen Landschaftsmaler, in Ruisdael und van Goyen, brachte ihn auf den seiner Begabung zusagen: den Weg. Von ersterem übernahm er den tiefen Ernst, die schwermiitige Naturbetrachtung, welche seiner eigenen Gemütsstimmung entgegen kam. Durch van Goyen lernte er das malerische Zusammenwirken von Sonnenlicht, Luft, Wasser und Terrain kennen, sowie die Flüssigkeit und Durchsichtigkeit, zu welcher die koloristische Behandlung eines Naturausschnittes gebracht werden kann. Aber weit entfernt, den einen oder den anderen nachzuahmen, brachte er die gewonnene Erkenntnis an völlig neuen oder doch neu aufgefaszten Motiven zur Geltung. Obwohl er Stu: dienreisen nach Belgien, Holland 1md Frankreich gemacht und gelegentlich auch Strandbilder und Binnenlandschaften aus den Nordseeländern CScheveningenJ und Partien aus Nordfrankreich CMondnacht in der NormaudieJ gemalt hat, warens die Umgebung Münchens und die Ebenen Oberbayerns sein Hauptstudienfeld. Die Jsargegenden und das Dachauer MoosAboten ihm zahlreiche Motive, an denen er die Magie seines Lichtspiels erproben konnte. Er bevorzugte Herbft:, Regen: und Mondscheinstimmung, wobei er braune, graue und bläuliche Töne zu einer feinen Harmonie zusammenstimmte. Bisweilen wurde aus der Elegie auch ein Drama, und er zeigte das Moor, nachdem der Wind darüber hinweggefegt und droben am Himmel die grauen Regenwolken in flatternde Fetzen zer: rissen hatte, so daß ein fahler Lichtschein auf das nasse Erdreich und die kahlen Bäume fällt. Sein gleichnamiger Sohn setzt mit nicht geringerem technischen Geschick die Kunst des Vaters so würdig fort, daß er ihm in einigen seiner Herbst: und Mondscheinlandschaften fast gleich ge: kommen ist. Mit Eduard Schleich eng befreundet war der Tier: und Landschaftsmaler Friedrich Volk; der sich auch in seiner malerischen Auffassung an den älteren Freund anschloß. Er hatte den ersten Unterricht von seinem Vater, dem Maler und Kupferftecher Johann Michael Volk, in Nördlingen, erhalten, war dann nach München gegangen, fand aber wie so viele andere aus der dortigen Akademie keine Förderung seiner Bestrebungen. Er bildete sich nun durch das Studium der Niederländer in der Pinakothek und an der Natur, welche er in den bayerischen Alpen aufsuchte. Bis zum Ende der dreißiger Jahre malte er vorzugsweise Hochgebirgslandschaften, dann aber reizte ihn mehr das flache Land mit seinen Vieh: weiden. Rinder und Pferde, Ziegen und Schafe traten mehr und mehr in den Vordergrund seiner Gemälde. Das Rindvieh auf der Weide nnd an der Tränke wurde der Hauptgegenstand seines Studiums; doch verlor die Land: schaft darüber nicht ihr charakteristisches Gepräge. Eine Reise nach Belgien und Holland C1846J, wo er mit den dortigen Tiermalern der neueren Schule bekannt wurde, brachte ihn wiederum ein Stück vorwärts. Die völlige Reife seiner malerischeu Darstellung erfolgte aber erst im Umgange mit Morgenstern, Spitzmeg, Piloty und Schleich. Wie leHterer legte er von jetzt ab den Hauptton auf die Beleuchtung und die Stimmung bei feuchter Luft, geriet aber dabei nicht in die trübe Melancholie seines Freundes. Eine Herde glatten Rindviehs, die am Ufer eines Flusses, am flachen Gestade eines Sees weidet oder zur Tränke geht, ein dichter Laubwald im Hintergrunde und über dem Ganzen ein sonniger Himmel, von welchem sich eben die letzten, blaugrauen Ziegenmolken verziehen das ist die gewöhnliche Physiognomie seiner bald auf einen warmen Goldton, bald auf eine kühle, silbrige Tonart gesti1nmten, an einem eigentümlichen langgestreckten Querformat kennt: lichen Bilder, deren Motive den Ufern des Starnberger Sees und den Jsargegenden entlehnt sind. Nach dem Tode Schleichs wurde Adolf Lier C1826 bis 1882J, der, ohne dessen Schüler gewesen zu sein, doch in gleicher Richtung das Stimn1ungsbild kultivierte, das Haupt der Münchener Landschaftersihule. Ursprünglich Architekt, widmete er sich erst seit 1851 in München der Malerei unter dem Landschaftsmaler Richard Zimmer: Mann der sich bei seinem älteren Bruder Albert und bei Ludwig Richter gebildet hatte und Land: schaften in romantischer Auffassung und mit Tierstaffage in der Art Berchems malte. Die ersten Landschaften Liers, deutsche Städte: und Dorfbilder, trugen denn auch in ihrer liebevollen Detaillierung das Gepräge jener naiven Ro: mantik, die sich in ähnlichen Ansichten Ludwig Richters zeigt. Erst eine im Jahre 1864 unternommene Reise nach Paris eine frühere war ohne Einfluß geblieben führte den Umschwung zu einer anderen Naturanschauung herbei. Jules Dupr6, der Meister des Pa;ysage intime, wurde sein Lehrer, unter dessen Leitung er längere Zeit arbeitete. 1865 ging er von Frankreich nach England und kehrte dann nach München zurück, wo er seinen Wohnsitz, nahm nnd mit einer ,,Abendlandschaft aus Mecklenburgss seinen ersten Erfolg in der neuen Richtung erzielte. Er er: probte nunmehr die gewonnenen koloristischen Fähigkeiten an Motiven aus der Umgebung von München, Schleißheim