111. Vollendete Meisterschuß in der Pietä und in Lesfi11g7s Standbild. Zweiter Aufenthalt in Italien. Das Goethe:SchilIer:Denkmal. Rietsck1el und Hähnel in den Arbeiten am dresdener Museum. Rietfchel7s und Rauc1z7ö Freundschaft. MeißerstI1aft Rietfc;el7s im Bilduiß. C1847s s1857.; Die nächste Veranlassung zur Aufnahme einer Arbeit, welche Rietschel7s vollendete Meisterfchaft bekundete und zugleich seine ganz besondere Kunstrichtung darthat, war die im Jahre 1846 erfolgte Bestellung eines Grabdenk: mais für den unerwartet schnell vom Tode dahinge: rafften, hoffnungsvollen Sohn einessPolen. Der Vater wollte seiner trostlosen Gattin damit eine Tröstung und Erbauung geben, und Rietschel wählte eine Pietässs die Mutter Gottes beim Leichnam Christi kniend, wie er meinte ,,das beste Trostbild für eine trostlose MutterU. Da die Ausführung in Marmor beabsichtigt war, Rietschel aber hierin betreffs des Kostenanschlags wenig Erfahrung besaß, so wandte er sich an Rauch mit der Bitte, ihm einen Anschlag zu machen, indem er hierbei die charakteristi: schen Worte fallen ließ: ,,Jch möchte nicht Schaden haben, doch auch mit bescheidenen Ansprüchen mich begnügen, daß mir eine solche Arbeit nicht entgeht. Beurtheilen Sie es nach dem Maßstabe, den ein junger Bildhauer