V0lkSkunst. c,.s z, m auflösenden und zerstörenden Prozeß der Stadtkunst steht is in der Bauernkunst eine Welt des Beharrens entgegen, die der aus ersterem sich notwendig ergebenden positiven Verneinung ihrerseits eine iiberzeugende Bejahung entgegenhält. In der Bauernkunst ist noch immer der echte Bauerngeist lebendig, der, wahrhaft konservativ, den aus: gleichenden Einflüssen der Neuzeit Widerstand entgegensetzt und dessen stark ansgeprägter Jndividualismus die Flut der auf Unterdrückung der persönlichen Sonderheiten gerichteten Bestrebungen zurü6kdämmt. Dieser Gegensatz zwischen modernem Städter und Bauern kommt nicht nur in den politischen Ansichten beider Stände zum Ausdruck; er spricht sich in allen Thatäuszerungen, im Hause, im Verkehr, im Familien: und Ge: sellschaftsverkehr aus. Während der Bauer in den Anschauungen des Stiidters vielfach eine SChildbiirgerrol1e spielt, blickt ersterer 1nitGering: schäZung aus diesen Sklaven des Strebens und des Genusses herab, dem er, der freie Mann auf dem ererbten Gute, seinen aristokratischen Bauer11stolz entgegensetzt. In diesen allgemeinen Unterschied schiebt sich eine Reihe kleinerer hinein: Die Städter haben sich in Wahrnehmung ihrer gleichen Interessen fast überall einander genähert, ob sie nun am Rhein oder an der Elbe, im Süden oder Norden wohnen; der Bauer behiitet aber mit Eifersucht seine Stammeseige11tümlichkeiten, seine sozialen Sonderbildungen; er sucht die für ihn notwendigen Errungenschaften der Gegenwart nicht auf, sondern läßt sie an sich zur Prüfung heran: treten. Noch weniger läßt er sich von der um ihn brausenden Litteratur: flut beeinflussen. Was er von derselben seinem geistigen Horizonte ein: fügt, kann seine nicht alIzuweite, aber abgerundete .Weltanschauung nicht erschüttern. Dahingegen neigt der Städter gern jener oberfläChlichen Halbbildung zu, deren Stärke das aus Lesefriichten zusammengehäufte Wissen ist, das ihn anreizt, über alles mit Ueberhebung zu urteilen, das ihn aber nicht in den Stand setzt, den inneren Zusammenhang der Dinge auch nur ahnend zu begreifen. Auf solchem gewissermaßen beengten, aber tief angelegten Grunde konnte sich die künstliche Empfindung des Bauern nur in einer Sprache äußern, die in engsten Beziehungen zu seinen tiefeingewurzelten An: