Die Zlntrtscyjcdc zwischen Zlelkorajioug- und Tafel -Malerei. Erst im Anfang der Renaissance, wo sich das Jndividuun in allen Zweigen von seiner Zuuft abzulöfen sucht, wo Jede seine Eigenheiten bewahren und zur Geltung bringen will tritt eine Scheidung auf im Stande der Maler zwischen denen die sich für Künstler, und denen, die sich für Handwerke1 halten. Im ganzen Mittelalter gehörten Beide zu der 8unf" der Maler, Schilderer, oder wie sie sich sonst nannten, hattet gemeinsame Organisation und gemeinsame Vertretung; jede1 begnügte sich, dass ihm bestellte Werk möglichst gut anzufertigen, ohne weiter seine Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen; erst später fängt man an, seiner Arbeit überhaupt den Namen beizufügen. Noch Ho!beiu, Diirer u. s. w. führten ganz handwerksmäßige Arbeiten aus, wie das Liefern von Wirths- I)ausschildern und sonstigen Arbeiten, die heute kein Kunst- aialer mehr übernehmen würde. Sie hatten den Vortheil Davon, daß sie die Technik von Grund aus erlernten und daß ich ihre Werke dauerhafter erhielten, als es bei unseren )eutigen Kunstmalern, die ihre Materialien fertig vom Themiker beziehen, der Fall zu sein pflegt. Man kann da- :über streiten, ob diese Trennung vortheilhaft für einen von leiden Theilen oder für beide gewesen ist, oder nicht, jeden- alls sind die Aufgaben, die jeder von ihnen zu erfüllen hat, rotzdem die Mittel zu ihrer Vollendung dieselben sind, ver- rhieden. Eine Grenze zwischen den Personen zu ziehen, ist mmöglich, da dieselben Leute Wohl befähigt fein können, ein elbstständige-Z Ge1nälde zu liefern und ihre Kunst dekorativ u verwenden. Weil nun aber die Personen oft dieselben nd, unterscheiden sie auch häufig genug die Verschiedenheit net Aufgabe nicht, und während im Mittelalter alle Malerei ekorativ behandelt wurde, behandelt man heute die dekorative Malerei als ein von seiner Umgebung abhäugiges3 Werk. sc-dem von beiden seinen gehörigen Plah anzuweisen, ist die lufgabe dieser Untersuchung.