auucrannten Hauptwerkes, -1-a uerusatemme 11De1-Ia-: c:-U Gesange) U. Zuerst gab er die herkön1mliche epische Manier, die Manier Pulci"s und Ariosto"s, welche er in seinem Erstlingswerke befolgt hatte, entschieden auf, weil sie seiner Ansicht nach mit der Idee der echtheroischen Dichtung nicht harmonirte; sodann schrieb er als Vorbereitung seine drei ,,Discorsi" -über die Dichtung, um sich seine Aufgabe theoretisch klar zu machen, bevor er an die praktische Lösung derselben ging. Rath 402) hat die Haupt- füge dieser Diseorsi über die epische Poesie zusammengestellt und wir be- Rügen diese Zusammenstellung auszüglich hier um so lieber, als sie nicht nur in Tasso"s Poetik, sondern in die Geschmacksbildnng jener Zeit über- haupt einen höchst belehrenden Einblick eröffnet. ..Z11 einem heroischen (Spischen) Gedicht," sagt Tasso, ,,sind drei Dinge erforderlich, 1) einen Stoff ZU wählen, der die vortrefflichste Kunstform annehmen kann, 2) ihm diese Form zu geben, Z) ihn mit den schönsten Ausschmückungen, deren er fähig ist, zu bekleiden. Um die Wahrscheinlichkeit, eine der wesentlichsten Eigen- sChaften des Epos, zu erzielen, ist es am besten, daß der Stoff aus-der Geschichte genommen werde, aber nicht aus der heidnischen Geschichte, weil die Einmischung der heidnifchen Religion die Wahrscheinlichkeit umstößt, die Weglassung derselben aber das Wunderbare in dem Epos vernichtet. Es ist unmöglich, daß von jenen eitlen und wesenlosen Götzen der Alten, die niemals waren, Dinge hervorgehen sollten, welche die Natur und menschliche Kraft so sehr überschreiten. Das WahrsOeinliche und das Wunderbare sind sich fast entgegengesetzt, aber doch ganz wesentliche Eigenschaften in einem heroischen Gedicht. -Die Kunst des Dichters besteht darin, sie zu verbinden. Der christliche Dichter kann dies nur dadurch, daß er solche wunderbare Handlungen Gott, seinen Engeln, den Dämonen oder denen, welchen Gott übernatürliche Kräfte zugestanden hat, also den Heiligen, den Zauberern und Feen beimißt. Die Wahrscheinlichkeit wird dadurch möglich, daß wir von der Wiege an von solchen WnndernNhören. Also der Stoff eines neueren ,epischen Gedichts soll nur ein christlicher oder ein jüdischer sein. Er darf aber auch nicht aus der heiligen Geschichte genommen sein; l) Erste Ausgabe des Originals Venedig 158l, bessere Mantua 1584. Deutsch von Gties (1800, 6. Aufl. 1844), von Strecksuß (1822), von Duttenhofer (1840). Die übrigen Hauptwerke Tasso"s sind: .Jl Ri11a1do, I-'Aminta (metrisrh ver?-. v. Walter 1794), S0netti e can2oni (deutsch von F. Förster, 2. Aufs. 1844), l1 Ton-ism0ndo Geru- salemme conquistata (eine versehlte Umarbeitung seines großen Gedicht?-), Dia1og11i, I-Stiere. Wir werden aus mehrere der genannten Schriften noch zu sprechen kommen.