das und Nürnberg geru1anische Museum. 153 es auch, daß ich einmal mit dem alten Fürsten Wallerstein, der eine Zeit lang unter König Ludwig I. der leitende Staats: man11 BaiernS gewesen war, ein paar Stunden lang in1 .8ire11zgange der Karthause auf und ab wanderte. Da ich da: mass, jung an Jahren, das Talent des Zuhörens besaß, so wurden die alten Herren redselig und offen, und ich erfuhr mancherlei Dinge, die mein Jnteresse und meine Wißbegier reizten. Waren es auch nur kurze Momente im Leben, so blieben es doch Erinnerungen, angenehme Erinnerungen für die Zeit, die nun gekommen ist, da ich nichts mehr zu erleben habe, sondern den Ereignissen, dem Laufe der Welt nur von seitwärts her aus der stillen Ecke zufchaue. Nach dem Jahre 1858 löste sich unser kleiner Kreis nach und nach auf. Einer nach dem anderen verließ das Museum, seiner neuen Berufung nachzugehen. Ich war einer der Ersten, da i1n August 1858 mein Wunsch, bleibend nach Wien zu kommen, in Erfüllung ging. Auch unser alter ,,BaronH wurde im Jahre 1862 seiner Vorstandschaft müde. Er hatte ja erreicht, was er gewollt und erstrebt hatte, seine Schöpfung stand gesichert für alle Zeiten. Aber die zehn Jahre unausgesetHter Sorgen und Mühen, die noch kein Ende hatten, scheint es, hatten ihn vor der Zeit Inürbe gemacht. Er legte seine Vorstandschaft nieder und blieb der Anstalt nur als Ehrenpräsident verbunden. Nach einem nicht glück.s lichen Jntervall folgte sodann August Essenwein, der wie be: kannt, das Museum in seinen Sammlungeu und Gebäuden im Laufe der Jahre zu großer Entfaltung gebracht hat.