Goethe und Garlyle. Wenn ein Mann einen Weg zurückzulegen hat, der einst nach Jahrhunderten vielleicht gemessen werden muß, so kommt wenig darauf an, ob er Aufenthalt bei den ersten Schritten erfährt. Niemand hätte Carlyle in den Anfängen seiner Laufbahn zngetraut, daß er mehr hinterlassen werde, als den Ruf eines durch von ihm selbst absichtlich aufgethiirmte Hindernisse in seiner Wirksamkeit bei hinderten Schriftstellers, der nach Gelegenheiten suche, sich zu den bestehenden Meinungen in Opposition zu setzen. Heute gehört er zu den Wenigen, von denen angenom1nen wird, daß sie die socialen nnd geistigen Revolutionen unserer Zeit kommen sahen; ans seinen Schriften glaubt man den Trost schöpfen zu dürfen, die sGeinbare Verwirrung dessen, was wir erleben, sei als etwas im Plane der Vorsehung Liegendes anzusehen, ans dem Vortheil und Glück und Schönheit nnd höhere Vollendung des menschlichen Bölkerlebens sich enthüllen müsse. Ein junger Amerikaner, der, in Verbindung mit anderen a1uerikanischen Verehrern Carlyle7s, neulich mich uöthigte, den ,,Characteristicsll betitelten Essai; Carlhle7s zu lesen, ein län: geres Stück, das so etwas wie eine Weltanschanung enthält, sagte mir, von der Kenntniß dieses Essays an datire bei ihm ein inne: rer Umschwung: wenn Schriftsteller erst diese Sorte Macht in Händen haben, ist für ein Quantum Unsterblichkeit bei ihnen ges sorgt, und es kommt nicht darauf an, wieviel Mühe Dieser oder Jener aufzuwenden habe, um in den echtesten Sinn ihrer Schriften einzudringen. Die Schwierigkeit erhöht nun den Genuß und einst: weilige Widerspenstigkeit gegen Mitlebende Cdie in dunkler Masse längst voriibergegangen sindJ gereicht zu erhöhtem Ruhme. Be: