Das Cafe5 Scheidel. 233 stern, Felix V. Schiller, Albert Zimmermann, dem Litho: graphen Hohe, Kaspar Braun, der von der Malerei sich eben zum Holzschnitt wandte, dem Tiermaler Lohe, vor allen aber zählte sie den liebenswürdigen Humoristen Spit;,weg, der sich aus einem Apotheker auch noch nicht lang zum Maler umgewandelt hatte, neben vielen anderen, die ich vergessen. Wir kneipten allabendlich im Cafcs5 Scheidel an der Kau: fingerstraße, während der größere Teil der jungen Maler im Stubenvollbräu sich zum erstenmale ein Lokal im gotischen Stil, eng, rauchig und unbequem, aber sehr romantisch ge: schaffen hatte, wo Fedor DieH und Kreling das große Wort führten und es oft sehr wild und lärmend herging. Diese beiden Gesellschaften kämpsten beständig um den Einfluß im mächtig herangewachsenen Kunstverein, von dessen Kaufen die meisten Künstler mehr oder weniger abhingen. Auch ich, wie ich alsbald wahrnehmen sollte, als ich in Ermanglung von Porträtbestellungen ein kleines Bildchen zu malen an: fing, das eine Appenzeller Stube darstellte, in der eine junge Mutter die schöne Hechtwirtin mit ihrem Kinde in der Wiege spielte. Das gefiel, so unvollkommen es auch sgEmachtsein mochte, und ward gekauft, wie mein inzwischen übermaltes Pariser Bild, das mir jetzt sogar viele Lob: spräche eintrug und eine gewisse Beachtung verschAffkEs obs Wohl es doch nur die in Paris aus Phantasiemangel übliche Modellmalerei nach München übertrug. So war ich auf einmal ein ,,HistorienmalerU geworden, ohne recht zu wissen wie, jedenfalls mehr von Kunstvereins als von Gottes Gnaden, denn nachdem ich erst die Luft des Selbftändig: fChaffens gekostet, machte ich auch fort und malte verschiedene Szenen, bald realiftischer, bald romantischer Art. Aller: