kLXXlX. Leben des Malers Pietro Perugino. 357 E E immer zu malen. Weil zudem die Schrecknisse der Armuth ihm stets dorschwebten, trug er keinBedenken, um des Gewinn nes willen sich Arbeiten zu unterziehen, die er wohl nicht be: achtet haben würde, wenn er seinen Unterhalt gehabt hätte, nnd Vielleicht würde der Reiahthum ihm die Bahn zur TreiTs lichkeit in der Kunst eben so sehr Verschlossen haben,l als die Armuth sie ihm eröffnete und die Noth ihn antrieb von niedes rem und nrmseligem Stande, wenn nicht zum höchsten, mins desiens doch zum gemächlichen Auskommen zu gelangen. Er achtete nicht Kälte, Hunger, Mühen und Unbequemlichkeiten, und wie er sich keiner Arbeit schämte, um eines Tages gemach; lich und ruhig leben zu können, pflegte er oft sprüchwörtlich zu sagen: nach bösem Wetter muß gutes kommen, und wenn gn; tes Wetter ist, baut man Häuser, um, wenn es noth thut, unter Dach zu seyn. , Damit man dem Fortschreiten dieses Künstlers besser. fol2 gen könne, will ich von seiner Jugend beginnen. Der all: gemeinen Meinung nach wurde dem Christofano,s einem sehr armen Manne von CasielIo della PieVe, in der Stadt Po; rugia ein Sohn geboren, den er in der Taufe Pietro nannte.2J Der Knabe wuchs ans, umgeben von Noth und Elend, und wurde von seinem Vater als Ladenjunge zu einem Maler in Perugia gegeben, der in diesem Gewerbe nicht sehr vorzüglich Seins ihm Kunst 2J Cristofano hieß mit seinem Zunamen Vannncck, daher Pietro oft Pietro di Cristofano, oft Pietro Vannucei heißt. Naiv der Meinung der Neuem: wurde Pietro in Cai1ello, jetzt Eins, della Pieve geboren; er nannte sich selbst öfter in Schriften Und auf GcmälbcU Petrus de castko plcbis. So auch ,im Perzeichn1ß.der Malerzunft bei Portas S. Pietro zu Perugia vom Jahre 4506. Wenn sein Vater auch arm war, so besaß die Familie doch, wahrscyeix1lich seit u27. das peruginische Bürger: rtchi; er wird in Urkunden civjs Pekusinus genqz1nt. Marions a. a. O. p. tu. Seine Geburt seht man allgemein um das Jahr ins. H II