354 LXXVI II. Leben des Goldarbeiters Und Malen; Er wurde im Jahre Söhnen VI begraben. 1518 zu Bologna ehrenvoll feinen VVU so laßt sich gegen Malvasia einwenden, daß jene von ihm ans geführten Bilder theils frühere, theils kleinere Bilder Naffaels was ren, in welchen sich dessen Geist weder in seiner vollen Entwicls lungs noch in seinemxganzen Umfange hatte zeigen können, die heil. Ccicilia dagegen, eines der genialsten Werke dieses Künstlers in jeder .59insicht, die Fortschritte seiner Kunst in geistiger Auffass sung sowohl als in der materiellen Ausführung, besonders aber die völlig neue Richtung, welche die Malerei genommen hatte, zeigt. Daß Franeia sich mit dem freien Aufschwung, welchen die Kunst damals überhaupt begann, nicht vdl1ig vertragen konnte, sieht man aus der Aneldote, welche Basari im Leben des M. Am gelo erzählt. Als letzterer zu Bologna die Statue Papst Jus lind 11. gefertigt hatte, wünschte Franeia sie zu sehen, und liess sich bei M. Angeld einführen, lobte aber an der Statue nur die Schönheit des Erzes und Gusses, wodurch er sich eine sarkastische Erwiederung von M. Angeld zuzog. Es spricht sich hier, wie auch im Leben des Perugino, der Streit des ältern und neuern Kunstprincips ans.i Quatrdmere im Leben Nafsaels bemerkt sehr richtig, daß es einem reizbaren Mann, wie Francia, der beständig des ausgezeichneten Ruhms in seinem Vaterlande genossen, über die Maßen schmerzlich sehn mußte, sich in seinem Alter durch das Werk des Jünglings Rafsael übertroffen, zu sehen, das er selbst vor den Augen seiner Mitbürger aufscellen mußte. .52kM1AOh M es gar nickt unwsbrscveWich, daß Fra::cia nicht aus Neid, wohl aber aus Betrübnis und Muthlosiglcit gestorben sehn mag. Wenn sdie Ankunft der heil. Cäcilia in Bologna gegen Ausgang des Sah: res ists statt fand, so lassen sich diese Ereignisse wohl eombini: ren. Uebrigens ist wiederholt in Erinnerung zu bringen, daß Vasari selbst seine Erzählung nur als eine Sage gibt. VII Franeesto hatte einen Bruder, Namens Domenico, welcher ebens falls Goldsvhtnied war. Von seinem ältesten Sohn Camillo ist nichts weiter bekannt, sein zweiter Sohn warEGiacomo, der den Ruhm, seines Vaters aufrecht erhielt; auch einen Verwandten Namens Giulio und einen Neffen, Giovanbattist a, Unterricht tete er in der Malerei, die sichs jedoch wenig auszeichneten. Frau: eesco hielt eine große Schule und führte ein regelmcißiges Tages X buch über deren Angelegenheiten. In Betress des Timoteo della Vite bat MalvasTa daraus einige Stellen mttgetheilt p.55. Von diesem, von Lorenzo Costa und Bartolommeo Rat