Kuckuck und Teufel. 503 Wie der Mhthus von Allem die Ursache kennt, wie -er weiß, warum der Laehs hinten spitz ist, Z. 41, warum der Kuckuck niehlbestaubtes Ge- fieder hat, F. 12, fo"hängen mythische Erzählungen auch an den Eigen- thiimlichkeiten anderer Thiere nnd Pflanzen: so der Trauerweide, der Kreuz- schnäbel (Reusch ils Aufl. 33), des Zaunkönigs (R. 34, GHM. l71), der Eidechse (Wolf Beitr. 447), des Gießvogels 29, Gr. Mhth. 1221), der Krähe (R. 30), des Pferdes nnd Rindes (R. 134, Temme und Tettau Pr. S. 29) u. s. w. Andere Thiere sind rein mythisch, wie der Drache, der Basilisk, der Schlangenkönig mit seiner Krone (R. 37, Gr. M. 650. 929), der Stahlwurm, Rochh. Mhthen l88, der Haselwurm, Haupts Sagen der Lansiy -I, 175, der Mnrbl, der Stahlwnrm Alp. M. u. S. 377--380, der Tayelwurm (Leipz. Jllustrierte Zeitung 1864 Nr. l094). Als ein fabelhaftes Kraut könnte man die Jrrwnrzel (Alpenb. 409) bezeichnen, als einen fabelhaften Stein den Siegerstein -und den Stein der Weisen. Ueber die sieben Planetenkriiuter s. Alpenb. 400, iiber die bei derKrantn1eih e - (Mariä Himmelfahrt) gebräuchlichen Alpenb. 402, Montanus 38. Mit erstaunlichem Fleiße nnd seltener Belesenheit hat Mannhardt (Ztfchr. s. D. M. llI, 209-298) Alles zusammengestellt, was seit mehr als tausend Jahren in Deutschland und seinen Nachbarländern, ja im fernen Orient über den Kuckuck (Glucker) gesungen und gedichtet ist, unt zu beweisen (S. 210), das; dieser Vogel bei unsern Vorfahren gött- liches Verehrung genoszen oder wenigstens zu dem alten Götterwesen in nahen1Bezuge gestanden habe. Gleichwohl muß er zuletzt (S. 290) gestehen, das; die tnyftisehe Bedeutung des .Kuckucks und die mit ihm ver- bundenen Sagen überall Natnrerscheinungen zur letzten Grundlage haben. Wie der Hahn den Tag, so verkündet der Kuckuck den Frühling, und wie der Hahn der Hausprophet heißt, so gilt der Knäuel für den Allerwelts- Propheten. Prophezeite er zuerst nur den Frühling, so erscheint es als eine Weiterbildung, wenn er nun auch wissen sollte wie lange man zu leben habe oder wie manches Jahr ein Mädchen noch warten müsse bis der erwünschte Freier es zum Altare führe. Unser Dichter geht noch weiter, er soll dem künftigen Ehepaar auch die Zahl der Kinder bestim- men."Jst es ein Wunder, wenn die Prophezeiungen, die man aus seinem Gesange heraus hörte, nicht immer eintrafen, und er nun in den Ruf kam, ein falscher Prophet zu sein? Wenn dem Mädchen der Jahre zu viel.werden, die es noch warten soll, so sagt es, es sei ein thörichter Kuckuck oder sitze aus einem närrifchen Zweige; aber schon bei den Lango- , barden bedeutete es nichts Gutes, als er dem neugewählten Langobarden- könig auf den Sper flog, der das Symbol seiner Herschermacht sein sollte: nun! schloß daraus, das; dieses Königs Regierung nicht frnchten werde. So liest man bei Reusch, einem Vorläufer Mci1inhardts,